Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1916)
- Article
- Die "Deutsche Tageszeitung" und die "Kreuzzeitung"
- Date
- 1916-09-01
- Page
- 229 (sequence 1)
- Language
- German
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Vermischtes. 229 — Die „Deutsche Tageszeitung" und die „Rreuzzeitung" hatten vor kurzer Zeit aus Anlaß der Einweihung der Synagoge am Kottbuser Ufer die Synagogeubautatigkeit in Berlin mit der Kirchenbaututigkeit in der Reichshauptstadt in Gegensatz gebracht und aus der Tatsache, daß hier auf 7000 jüdische Einwohner ein Gotteshaus kommen, Schlüsse gezogen, die offenbar nicht darauf berechnet waren, der Opferfreudigkeit der jüdischen Gemeinde für religiöse Zwecke tAuerkennung zu zollen, sondern die unhaltbare Behauptung zu begründen, daß die Stcuerkraft der jüdischen Bevölkerung in Vergleich zu den anderen Konfessionen wahrend des Krieges unverhältnismäßig g est ie gen sei. Das ist um so widersinniger, als der Synagonenbau schon lange vor dem Kriege beschlossen und nur mit großen Opfern ausgeführt wurde, um die an tcm Bau Beteiligten nicht arbeitslos werden zu lassen. Was durch' Gegenüberstellung der „Deutschen Tageszeitung" und der „Kreuz-- zcitnng", die mit den Ergebnissen der Einkommensteuer sicher im 'schroffsten. Widerspruch steht, bezweckt werden soll, geht aus nachstehenden Sahen deutlich hervor: „Fn den geldlichen Verhältnissen besteht zwischen der Berliner Stadtsynode (dem Berliner evangelisch-kirchlichen Verbände) und der jüdischen Gemeinde ein klaffender Unterschied. Wahrend durch den Krieg die kirchliche 'Steuerkraft der evangelischen Krrchensteuerzahler stark beeinträchtigt worden ist, hat die Geldkraft der Mitglieder! der jüdischen Gemeinde zweifellos eine erhebliche Steigerung erfahren. (Das Gegenteil ist in schmerzlichem Grade der Fall,- von den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde sind während der Kriegszeit viele in Vermögensverfall geraten, wahrend nur bei verhältnismäßig wenigen die GeldkrafL seitdem eine Steigerung erfahren haben dürste. Die Vermehrung der Synagogen in Berlin ist eine notwendige Folge des großen Zuzugs aus kleineren jüdischen Gemeinden, deren Mitglieder eifrige Synagogenbesucher sind, und auch eine Folge des allgemeinen Wunsches, die Zahl der an hohen Festtagen früher vielfach von Printen veranstalteten Gottesdienste möglichst einzuschränkern Bei den großen 'Aufwendungen für diesen Zweck war in den letzten Fahren nicht von „können", sondern von „müssen" die Rede.) Deshalb ist es grundfalsch, wenn die wenig judenfreundliche Notiz weiter lautet: „Während die jüdische Gemeinde zur Errichtung von Synagogen Millionen in den letzten Fahren auswenden konnte, hat die Berliner Stadtsynode nur ganze 10000 Mark als Teilzahlung für einen anzusammelnden Baugeldfonds für die Oelberggemeinde in diesem Jahre bewilligen können." — Der „Berliner Börsen-Courier" hat am 12. September auf diesen int Zeichen des Burgfriedens ganz besonders verletzenden Versuch, schon jetzt während der Kriegszeit den inneren Frieden -zu stören, verwiesen und dazu bemerkt: „Es dürfte genügen, diesen Zwar die äußere Form wahrenden, durch die Hervorhebung de« yie^ wie im Original gesperrt gedruckten Stellen aber; um fa tückischer erscheinenden Anwurf festzunageln.* $ LebensreLLung. Aus Rhback in Oberschlesien wird unS aeschrieben: „Am Sonnabend den/ 21. Oktober versammelte der Direktor des Gymnasiums, Prof. vr. Münzer, die Schüler in feer RJufot. Hier sprach er im Namen des Regierungspräsidenten dem Mischen (Quartaner Fritz Hause Dank und Anerkennung wr4