Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1916)
- Article
- Ansprache eines russischen Regimentskommandeurs
- Date
- 1916-09-01
- Page
- 228 (sequence 1)
- Language
- German
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- chapter
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- Omsk 1× ep/1000830
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228 Im Deutschen Ne ich. — Ansprache eines russischen Regimentskommandeurs. (Sin deutsch-russischer Kriegsgefangener au$ Veßarabien berichtete, wie die „Heimkehr", Kriegszeitschrist des Fürsogovereins für deutsche Rückwanderer mitteilt, über seine Behandlung im russischen Heere u. et. folgendes: Nm 24. Oktober 1914 sagte unser Regimentskommandeur zum Schluß seiner Ansprache: „Unter Euch sind Juden und deutsche Kolonisten, Ruß. lands innere Feinde, die sich bei der ersten Gelegenheit ergeben und den Feinden sogar Geheimnisse übermitteln. Alle Juden und ganz besonders Deutsche, welche unverwundet in Gefangenschaft kommen, werden nach dem Kriege standrechtlich erschossen. Dafür bürgt mein Kopf." „Gut und Blut mutz man opfern urrd wird dazu noch scheel angeschaut und als Feind behandelt. Das ist niederträchtig. Ich kann Rußland nicht m?in Vaterland nennen", fügte der Deutsche aus Veszarabien hinzu. * — Rußland und die galizischen Juden. Die Russen haben aus Ostgalizien im vergangenen Jahre etwa 33—40 000 Personen der dortigen Bevölkerung nach Sibirien verschleppt, darunter etwa 23 000 Juden. Dieselben sirrd in der Hauptsache im westsibirischen Steppengebiet (Gouvernement Omsk) untergebracht worden. Die Rot unter diesen Juden ist außerordentlich groß. Deshalb bejmüht sich jetzt» nach galizischen Blattern, die österreichische Regierrrng durch Vermittelung amerikanischer Konsuln d^e Leiden dieser Unglücklichen zu lindern. & — Gin gewisses Abflauen des Antisemitismus in Oesterreich glaubte man vielfach aus der folgeirden Wiener Mitteiluna herauszufühlen : „Bon dem Bestreben geleitet, die durch den Krieg hervorgerufene große Verantwortung nicht allein zu tragen, hat sich die christlich-soziale Mai oritat des Wiener Gemeinderats veranlaßt gesehen, ihren seit Lueger verteidigten prinzipiellen Standpunkt aufzugeben, die Opposition nicht in den engeren Ausschuß des Gemeinderates gelangen zu lassen. Wiederholt waren im Laufe der Jahre diesbezügliche Verhandlungen eingelertet worden, die immer daran scheiterten, daß die Majorität verlangte, unter den Vertretern dürfe sich kein Jude befinden. Aus der im Kompromißwege getroffenen Wahl der Kandidaten geht jetzt hervor, daß die Ileberlassung von drei Sitzen im Stadtrat an die Opposition, nämlich zweier an . die Bürgerlich-Freiheitlichen, eines an die Sozialdemokraten, an keine einschränkende Bedingung mehr geknüpft worden ist. Die Zahl der Stadtrate wird von 27 auf 30 «erhöht werden, und da der niederKsterreichische Landtag, dessen Zustimmung zu dieser Aenderung des Gemeindestatuts notwendig wäre, nicht versammelt ist, wird die Veränderung in der Wiener Gemeindevertretung im Wege einer kaiserlichen Verordnung Gesetzeskraft erhalten. — Mir möchten .uns vor übereilten Schlußfolgerungen hüten.