Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1916)
- Article
- Die Judenverfolgungen Rumäniens
- Date
- 1916-09-01
- Page
- 227 (sequence 1)
- Language
- German
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Vermischtes. 227 «- Die Judenverfolgungen Rumäniens stehen jetzt auch unter französischem Schutz. So weit kann dieser verblerrdende Krieg ein Land seinem eigensten Wesen entfremden. Die Redaktion der in Paris erscheinenden Zeitschrift' „La. Renaissance Iuive" teilt in den Pariser Zeitungen mit, daß. die ganze Ruflage ihrer letzten Rümmer, die der Frage der Emanzipation der Juden in R u - an anien gewidmet war, von der französischen Zensur beschlagnahmt worden ist. * — Das Verhalten -er englischen Regierung bezüglich der Einberufung der Militardienstfähigen russischen Emigranten in England erneuerte auch in Frankreich die Frage des Militärdienstes der militärdienstfähigen russischen Staatsangehörigen. Die Regierungskommission, die sich Init dieser Frage beschäftige, faßte eine Resolution, nach der die Lösung dieser Frage der russischen Kolonie selbst überlassen werden soll. Die Resolution stellt fest, daß die meisten russischen Emigranten in Frankreich Flüchtlinge sind» die infolge politischer oder nationaler Verfolgungen ihr Heimatland zu verlassen gezwungen waren. Die Kommission verspricht, daß Frankreich den Traditionen der Toleranz und des Liberalismus treu bleiben und die russischen Emigranten nicht ihrem Heimatlarrd ausliefern wird. Die antisemitische Presse benutzt diese Gelegenheit, um die Antentschlossenheit der Emigranten, in die französische Armee einzutreten, als „jüdische Andankbarkeit* hinzustellen und das Ministerium der „Juden freundschast* zu be-- schuldigen. Von manchen Antisemiten wurde der Vorfcül dazu verwendet, um die Frage her Ausweisung der russischen Juden Nus Frankreich aufzuwerfen. Wunderlicher Ware es nur. wenn das? nicht geschahen Ware. * — Die Jüdische Gemeinde zu Berlin hat auf die fünfte Kriegsanleihe eine Million Mark aus ihren Stiftungsmitteln gezeichnet. Die Beteiligung^der Jüdischen Gemeinde an den KrieHknleiherL des Deutschen Reiches erreicht nunmehr den Betrag von insgesamt L 300 000 Mark. * — Jüdische Generäle. Anläßlich der Beförderung des Obersten Föhn Mo na sh, über den wir kürzlich berichteten, zum General- Nrajor in der englischen Armee ser darauf hingewresen, daß es jmchrfach jüdische Generäle gegeben hat. Der erste jüdische General, den es gab, ist aus demi Fahre 1812 bekannt, und er stand gegen England im Felde; es war der amerikanische Brigadegeneral Joseph Vloomfield. Auch der Kommandant des Hafens von New Port in jener Zeit, Eolonel Rathan Meyers, war ein Jude. ' In den amerikanischen Sezessionskriegen <1861 bis 1864) kämpften auf beiden Seiten etwa 8000 Irrden; unter ihnen waren 658 Offiziere» von denen neun den Generalsrang erwarben. Später gab es dann, bis in die gegenwärtige Kriegszert, zahlreiche jüdisch? Generäle in Holland, Italien und in arideren Ländern.