Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1916)
- Article
- Wieviel Juden dienen in den verschiedenen Heeren?
- Date
- 1916-09-01
- Page
- 225 (sequence 1)
- Language
- German
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Vermischtes. 225 — Tvieviel Juden dienen in den verschiedenen Leeren? Eins genaue Feststellung, welchen ziffernmäßigen Anteil die Inden der verschiedenen kriegführenden Länder den jeweiligen Hecren stellen, ist heute nicht möglich. Zn Anfang September 1914 konnte, dem „Jüdischen Echo" zufolge, statistisch festgestellt werden, daß damals in der russischen Armee rund 368 000 Juden dienten, eine Zahl, t)ie sich bis jetzt auf etwai 500XXX) erhöht haben dürste. In Deutschland und Oesterreich wird sie auf etwa 250 000 geschätzt. Rechnet man dazu noch die etwa 40 000 bis 50 000 in türkischen, bulgarischen, britischen usw. Armeen stehenden Inden, so ist anzunehmen, daß das Judentum eine Armee von über 800 000 Soldaten in den Krieg entsandt hat. Die Zahl der Gefallenen —i jedenfalls entsprechend hoch — ist rroch nicht festzustellen. * — „Die Vettel * Humanität". Unter dieser geschmackvollen Ucberschrift hat das Herrenhausmitglied v. Hertzberg-Lottin am 3. August d. I. in der „Pommerschen Tagespost" einen Aufruf an das deutsche Volk erlassen, der sich gegen die Regierung! wendet, von den Kriegsgesellschaften behauptet, daß in ihnen das auserwählte Volk fast überall an leitender Stelle steht und verblümt andeutet, daß die Angestellten dieser Kriegsgesellschaften dem Heeresdienst entzogen würden. Von der liberalen Presse ist die Tonart dieses von einem Herrenhausmitgliede verfaßten, mit seiner Ramensunterschrift versehenen Artikels fast durchweg als demagogisch bezeichnet und mehrfach das Bedauern darüber ausgedrückt worden, daß in einer Zeit, in der alle guten Geister des Bolksempfindens rege erhalten werden sollten, Aufsätze verbreitet würden, die auf so niedrigem Standpunkt stehen. — Der Bund -er Deutschen in Nieder-Oesterreich, Wien VH, unterhält für das Deutsche Reich eine Vertriebsstelle in Braun« schweig, am Aallerlebertore, die im vorigen Monat einem Centralvercins-Mrtglied in Freiburg i. B. 100 Briefverfchluß« .marken „Handweg" mit dem Ersuchen übersandte, mittels der beigcfügten Zahlkarte 2 M. einzusenden und eventuell über eine weitere Zahl solcher Marken zu verfügen. Unser Vereinsmitglied ahnte, Paß der seit 10 Jahren bestehende „Bund der Deutschen in Rieder-Oesterreich" bei der im gedruckten Rundschreiben hervorgehobenen „Unterstützung notleidender Volksgenossen" nebenher oder ui der Hauptsache antisemitische Ziele erstrebe und lehnte unter dieser Begründung jede Beteiligung ab. Da solche „Handweg"- Vriesverschlußmarken auch noch anderen Mitgliedern unter dem Vorgeben der „Volksliebe und Volkstreue" angedoten werden dürften, haben wir in Wien Erkundigungen cm maßgebender Stelle angestellt und erfahren, daß der „Bund" tatsächlich anti« semitisch gefärbt ist. & T- Die Thüringische Landeszeitung in Gotha, mit der wir üns dor dem „Burgfrieden" wiederholt zu beschäftigen hatten, hat nicht, Zvie irrtümlich im vorigen Heft gemeldet wurdeihren Betrietz