Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1916)
- Article
- Bei kaufmännischen Unternehmungen mit behördlichem Charakter
- Date
- 1916-07-01
- Page
- 188 (sequence 1)
- Language
- German
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188 Im deutschen Reich- Wirtschaftliche Angelegenheiten. '— Bei kaufmännischen Unternehmungen mit behördlichem Charakter werden auch jetzt noch bedauerlicherweise, sobald es sich um Beschaffung von Personal Handelt, Konfessionsunterschiede gemacht. Hierzu gehört der „Centralverein für die deutsche. Leder»-, industrie E. V. (Zentralstelle für Ausfuhrbewilligung)", Berlin, Bernburgerstraße 25. Eine von uns bei dem Reichskommissar für Bus» und Einfuhrbewilligung eingelegte Beschwerde wurde ablehnend de schieden, da der Reichskommissar bezüglich der Beschaffung von Personal keinen Einfluß habe. Einmal beschränkt die Zentralstelle hierdurch den Kreis der geeigneten Bewerber, sodann! aber ist ein solches Verfahren einer immerhin mit öffentlichen Befugnissen ausgestatteten Korporation gerade in jetziger Zeit nicht Zu verstehen. Diese Notiz dürfte namentlich für die Mitglieder sunseres Vereins, die der Lederbranche angehörer; -oder ihr nahestehen, von besonderem Interesse sein. * — Der Besitzer der Lörvenapotheke in Hannover, H. Maaß, sucht für die Stelle eines ersten! Handverkäufers einen militärfreien christlichen Herrn. Bücherschau. Die Juöen im Zartum polen. Von vr. I o s e p h M e i s e l. Verlag A. Marcus und E. Weber (Dr. Albert Ahn), Bonn Preis broschiert 1,80 M. Die Lösung des Polenproblems — bisher eine Sphäre reiner Ideologie — ist seit der Besetzung Kongreß-Polens durch die Zentralmachte für das Beratungszimmer der Diplouraten und Politiker reif gemacht. Damit ist die Aufmerksamkeit Europas auch auf die Judenschaft Kongreß-Polens arnd ihre nationale wie kulturelle Eigenart gelenkt. Eine kurze Darstellung des Entwicklungsprozesses der polnischen Juden, wie sie der Verfasser dieser übersichtlichen Studie in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht bietetz ist also eine Forderung unserer Zeit. Der Verfasser zeigtdaß im 8. Und 9. Jahrhundert, in der Zeit der Einwanderung der Juden in das polnische Reich, polnische Könige, wenn nicht allein aus Duldsamkeit, so doch aus. verständiger Wertung des Einflusses, den das jüdische Element auf' die Hebung des allgemeinen Wohlstandes hatte, ihre Fürsorge den Juden Zuwandten, wobei allewrngs auch fiskalische Beweggründe mitspielen srwchten. Mit dem Aufschwung der Juden begann natürlich als-