Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1916)
- Article
- Die "Ostdeutsche Rundschau"
- Date
- 1916-07-01
- Page
- 178 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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175 Im Deutschen Reich, -- Die „Ostdeutsche Rundschau" hatte am 22. Juli su. Ä. unter Verherrlichungen der bekannten ausländischen. Säulen der „deutsch-völkischen Rassenlehre" erklärt: „H. St. Chamberlain ist ebenso ein Germane, der im Deutschtum die Krönung germanischer Weltanschauung sieht wie Gobineau. Deshalb gehören die beiden ganz zu uns". Dies hat die „Österreichische Wochenschrift" Dr. Blochs veranlaßt» daran zu erinnern, wie selbst Chamb erlain über den Grafen Gobineau gedacht und sich geäußert hat: „Bei dem Gobineau-Rummel der letzten Zeit reißt mir die Geduld. Es ist doch wirklich ein starkes Stück, wenn eine Vereinigung das Werk eines der ihrigen» der von Anatomie, Zoologie» Anthropologie, PrähijDrie keine blassen Kenntnisse besaß» und der vor einem halben Jahrhundert schrieb, d. h. in einer Zeit, wo die große Aera der Entdeckungen aus diesem Gebiete kaum angebrochen war, uns heute als Inbegriff des Wissens und der ^Weisheit über die Rajsenfrage aufgetischt wird, zugleich auch als ein treibendes Ferment in der Neusten Entwicklung unserer Vorstellungen über die Menschenrassen . . >,- .Eine ernst zu nehmende und nützliche Theorie der Rasse kann nicht auf noch so geistreiche Intuition, vermischt mit haarsträubenden Hypothesen, aufgebaut werden» sondern nur auf gründliche Und umfassende naturwissenischa ft liche Kenntnisse." — Vielleicht spricht einmal auch bei einem „Ehamberlain-Rummel" ein Ruhmesgenosse Gobineaus über Chamberlain sich ebenso aus. — In der Rr. 27 und Rr. 29, also wiederholt, hat in der Deutsch- Israelitischen Zeitung" Herr Rabbiner Dr. S. Meyer in Regensburg an Chamberlain nachstehende Anftage gerichtet: „Wenn Sie in der gegenwärtigen Zeit als geborener Engländer, der in Deutschland (naturalisiert ist, es für gut halten» Feindschaft gegen die deutschen Bekenner der Religion des Alten Testaments zu erregen, so überlassen wir das den Instanzen, die dies zu beurteilen haben. flDenn Sie aber von unserer Religionsurkunde Behauptungen! jaufftellen, welche dieselbe herabsetzen» so wollen wir dazu nicht schweigen. Sie haben in der „Deutschen Handelswacht" geschrieben: „Anser heutiger Staat . . > . « ist zum großen Teil auf Schutz und Förderung derjenigen angelegt, die dem alt- Lestamentarisch en Spruch gemä ß — glückselig sein wollen, ohne jede wirkliche Arbeit." Wir richten an Sie die höfliche Anfrage, wo sich dieser Spruch im Alten Testament befindet? Me Redaktion der Deutschen Israelitischen Zeitung." Daß Herr Houston Stewart Chamberlain darauf antworten würde, hat Herr vr. Meyer wohl kaum erwartet. rM Der „Altmärker" hat kürzlich in seiner Beilage, „Frauen- Zeitung", eine Feuilleton-RoLiz von Dr. med. K. K. „In Iosimy" veröffentlicht, die sich in einem freisinnigen Blatt, das nicht nur in Stendal, sondern auch in anderen Orten der Altmark gern gelesen wird, recht sonderbar ausnimmt und zweifellos jüdische Leser peinlich berührt hat. Herr vr. K. K. erzählt nämlich, er, habe Zwei Geschirre voll heimkehrender polnischer Juden getroffen, die abgestiegen seien, ihre Gebetmäntel um genommen, die Gebetkapseln an Stirn und Arm, gebetet, sich tartmäßig auf die Brust Keschlagen die Tuchenden geküßt hatten. Dazu sagt er: „Der