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Im deutschen Reich · 1916-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1916) · p. 177

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1916)
Article
Der Generalsekretär des deutschen Bauernbundes
Date
1916-07-01
Page
177 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen 177 }cmal§ jüdische Viehhäirdter gegen Ermäßigung der Vrehprerse boirk Frontdienst befreit habe, ist nrrdenkbar. Man könnte darum über, solche lächerlichen Behauptungen hinweggehen, aber daß ein Reichs--. Lagsmitglied sich solche aufreizenden Äußerungen öffentlich ge^ stattet, ist hoch von recht ernster Bedeutung. K — Als öie PoliLisch-2lnLhroxologrsche Aevue vor fünf Fahren kn Herrn I)r. O. S ch in idt-Gibicherrfels einen neuen Leiter erhielt, versprach dieser das Programm I)r. Woltmanns, des Begründers der Zeitschrift, ibeiznbehalten und durchzuführen. Die Lösung schwieriger staatlicher und gesellschaftlicher Fragen erheische die Bildung -eines Organs, „das über dem streite aller Parteien steht, für welches überhaupt die bisherige, falsch-parteiische Art der politischen Betrachtung und Betätigung ein überwundener .Standpunkt ist. Mitarbeiter in dieser Hinsicht sind uns ganz besonders willkommen. Unsere Leser suchen wir nacht wie vor in allen gebildeten schichten, auch in solchen, die bisher! der Politik ferngeblieben ftttöi“. — Ein solches Programm hatte für deutsche gebildete Juden viel Anziehendes, und so oft auch in diesem angeblich parteilosen Organ .in den verflossenen vier Fahren Artikel veröffentlicht wurden, deren judenfeindliche Tendenz utw verkennbar war> ließen sich die meisten jüdischen Leser durch ähn-l liche Versicherungen des Herausgebers beruhigen, wie das in neuester Zeit (im Heft Juli 1916) dem Artikel des bekannten Antisemiten! Ph. Stauff „Die Frage der Staatsordnung" angehängte Aachwort des Herausgebers: „Wenn ich vorstehenden Ausführungen Raum gegeben habe, so wolle man daraus nicht den Schluß Ziehen, daß ich die dort gemachten Vorschläge für unanfechtbar ümb ihre Verwirklichung tu rmchster Zukunft für möglich hielte. Es wird aber Zeit, daß wir uns über die Zukunft lunseres Vaterlandes in der gedachten Hinsicht endlich einmal ernste Gedanken wachen. So wie bisher kann es also nicht weitergehem Hat ein anderer seiner Ansicht nach bessere Vorschläge als der Verfasser des vorstehenden zu machen, so werde ich sie. gern prüfen: und, falls es mir tunlich .erscheint (so!), veröffentlichen. Man wolle sich die Sache aber reiflich überlegen". — Daran soll ps nicht fehlen! Was seit 5 Fahren von dem Herausgeber der jetzt unter dem Titel „Politisch-Anthropologische" 2Nonatsschrift erscheinenden Revue den Lesern geboten wird, genügt aber, ihn als einen literarischen Anhänger von Adolf Bartels und Houston Chamberlain zu kennzeichnen, der als solcher allen Gründungen dieser beiden sympathisch gegenüber und dadurch nicht über dem Streite aller Parteien steht, sondern wiederholt sein Organ zum Ausgangspunkt „deutsch-völkischer" Bestrebungen gemacht hat. Kaum mit der Leitung . des Organs betraut, hat er selbst in dem Artikel „Das Problem der staatsbürgerlichen Evzichung der Fugend" dazu angeleitet, schon in der Schule eine solche Politik zu fördern. Davon, Haß ihm „Mitarbeiter, die über dem Streite aller Parteien stehen, ganz besonders willkommen sind", hat man bisher nichts bemerkt, vielmehr eine Vorliebe für Mitarbeiter wie vr. Ludwig Milser in Heidelberg, Philipp Staufs, K. Konrad (Verfasser des Artikels „Beowulf und das semitische England"), u. a. m., die dem Judentum und den Juden mit offenkundigen Vorurteilen gegenüberstehen.

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