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Im deutschen Reich · 1916-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1916) · p. 176

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1916)
Article
Der deutsch-nationale Handlungsgehilfenverband
Date
1916-07-01
Page
176 (sequence 1)
Language
German
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176 Fm Deutschen Reichs Der: Deutsch-nationale Hanölungsgehilfenverbanö trägt offenbar, wie dies seinen rückschrittlichen Tendenzen entspricht, kein. Bedenken, sich denen anznreihen, die Flugschriften gegen die Politik des Reichskanzlers verbreiten und ernste Mißhclligkeiten Hervorrufen. Das Zentrum und selbst Mitglieder der freikonservativen Partei haben bereits gegen das Treiben derer, die unter nationaler Flagge den inneren Frieden des Reiches stören? Stellung genommen, Und auch aus akademischen jugendlichen Kreisen wurde es öffentlich mißbilligt. Daß dagegen der Deutsch-nationale Handlungsgehilfenverband sich nicht darauf beschrankt, Berufsfrabcn zu lösen, foirdern bemüht ist, die zu ihm gehörende Jugend für die Flngschrif- Len-Verbreiter zu werben, geht aus einem der Schriftteitung des Organs des Abwehrvereins in die Hände gefallenen vertraulichen Rundschreiben der (veschäftsstelle des Deuts ch-n ationalen Handlungsgehilfen verbau des deutlich hervor. Darin wird zur Sammlung von Unterschriften für die Zustimmung zu der in den Verbandskreisen heimlich verbreiieten, im Reichstage mehrfach erwähnten Schrift des Berliner Hochschulprofessors Schäfer u. a. mit den Worten aufgefordert: „Wir müssen schnell und geräuschlos handeln, ehe es zu spat ist." — Der innere Frieden in Deutschland wird sicher dadurch nicht gefördert, daß im Augustheft des Deutsch-nationaler: Handlungsgehilfen-Verbaiches, der „De ut s ch en Wach L", sich Herr ptmmermonn äußerte: „Den Vorteil vom Kriege haben in erster Linie die Elemente, von denen wir weit abrücken, den Mach teil von der Zerschmetterung Deutschlands in erster Linie würden auch wir auszukosten haben. Derrn die Kreise, denen die IKrie^swucherer zumeist abstammeir, sind ungemein anpassungsfähig/ In derselben Rümmer zeterte Herr Walter Lambach über den Kettenhandel der neuen Raubritter und unterschätzte die Intelligenz der Behörden durch den Satz: „Die 2iasse von Händlern, hie sich in der Kette die Hand reicht, ist alter und geriebener, akH jglle deutschen Behörden/ Der Generalsekretär öes Deutschen Bauernbundes, Heinrich Heftermann, der den Wahlkreis Fritzlar-Homberg im deutschen Reichstag vertritt, hat kürzlich in Anwesenheit eines jüdischen Fleischermeisters seine Verstimmung über die seiner Auffassung nach viel zu billigen Viehpreise in recht drastischer Weise Zum Ausdruck gebracht. Auf der Reise von Peters ha gen nach Berlin unterhielt er sich am 15. März d. F. mit dem Vauerngutsbesitzer Heinrich 2vathort ans Totenhausen und dem Ackerbürger August Schnepel aus Petershagen in Anwesenheit des Fleischermeisters Josef Roer aus Minden über Viehprcise und sagte dabei, jüdische Viehhändler hätten der Heeresverwaltung Vieh unter dem Einkaufspreise geliefert, um vom Dienst lim .Schützengraben befreit zu bleiben. Die Juden hielten die Mauern davon ab, das Vieh vor dem Verkaufe lebend zu wiegen,!und ramschten es nachher für billiges Geld. Im vorigen Jahre wären ihm zwei Kühe von der Heeresverwaltung zurückgewiesen worden; für eine dieser Kühe hatten die Juden ihm 350 M. geboten; er aber habe sie für mehr als 800 M. verkauft. Diese, von dem Ackerbürger Schnepel und dem Fleischermeister Roer bestätigten öffentlichen Aeußerungen würden im Munde eines Privatmannes tmrfach lächerlich jjemj denn datz eine deutsche Militärverwaltung

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