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Im deutschen Reich · 1916-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1916) · p. 175

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1916)
Article
Gewisse Zeitungen
Date
1916-07-01
Page
175 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 175 sie auch mit allen Einzelheiten öh? bekannten) Gründen nicht in die Öffentlichkeit gebracht werden dürfen. Das Ansehen des ganzen ehrenwerten Kaufmannstairdes leidet darunter. Was soll aus der Zukunft Deutschlands werden, wenn minderwertige, grundsatzlose Elemente emporkommen, das Kapital aussaugen und zu. Einfluß gelangen? Es sind da Fehler und Mißgriffe gemacht worden, die schon deshalb eine Nachprüfung erheischen, damit sie nicht wiederholt und nicht beschönigt werden können"'. — Gegen so allgemein gehaltene Verdächtigungen läßt, sich selbstverständlich kaum aufkommen. Daß die Kreuzzeitung die langst als unrichtig erwiesenen Behauptungen auf- Lischt, es würden zu Lieferungen meist nicht germanische Elemente heraugezogen, die dabei sich des Kriegswuchers schuldig machen, nimmt kaum noch Wunder. Es ist nicht das erste Mal» daß bei diesem „ritterlichen" Blatte der Antisemitismus stärker ist als die Wahrheitsliebe. — Wie die Kreuzzeitung überhaupt den Burgfrieden halt, zeigt ein am 6. August von ihr veröffentlichter Artikel einer Frau Hedwig von Puttkammer, aus dem folgende Stellen wiedergegeben sind: „Deutsche, besonders niederdeutsche Art, sind karg und spavsam mit Worten. An der Wasserkante, auch noch tief bis nach Westfalen und ins Lüneburger Larrd oder nach Mecklenburg und Pommern hinein, geht Rede und Wort dem Landbewohner nur schwer vom Mund. Seine zähe Schweigsamkeit ist häufig seine beste Waffe gegen den von Dorf zu Dorf ziehenden, schwatzenden Handelsjuden, dessen Beredsamkeit daran erfolglos erlahmt; sonst würde er den Landmann wohl so manches Rial von Haus und Hof „dschabbern".. Da, wo sich in der städtischen Bevölkerung die fremde Wucherrasse, die unser Volkstum zu durchseuchen und zu zersetzen droht, als vorherrschend erweist, ist mit ihrer Ausbreitung auch die schweigsamgermanische Art im Schwinden: „Denn halb mit Gold und halb mit Sklavenwitzen Kaust es dem Zeitgeist ab sein Losungswort." Ich glaube, es war Dingelstedt, der das vom Judentum sagte. Das Massenhafte und Laute, das Viele-Worte-um-nichtsmachen, das Aufdringliche, alles was der zurückhaltendere Fremde am reisenden Deutschen — man könnte auch jagen: am deutschen „Reisenden"! — so unangenehm empfindet, ist Folge jenes stark orientalischen Einschlags, den unsere gutmütige Volksart sich nun mal gefallen läßt. Es steht im engsten Zusammenhang mitoieser „Eigenart", daß sie den Schauplatz ihrer „Tat" am liebsten und mit großer Gewandtheit möglichst weit hinter die Kampffront zu verlegen versteht. Ausnahmen, die gerechterweise anerkannt w.erden müssen, find leider nur die Bestätigung der Regel." Von einer Frau von Puttkammer berichtet die Straßburger Reue Zeitung, Nr. 225, vom 15. 8. 16. „Wegen Aeberschreitung des Höchstpreises für Eier hatte sich Frau vonBrehn aus Lojow, Frau des Kammerherrn von Brehu, vor dem Stolper Schöffengericht zu verantworten. Sie wurde zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt. Derselben Uebertretung hatte sich Frau Majoratsbesitzer von Puttkammer aus Glowitz schuldig gemacht, die zu IM Mark Geldstrafe verurteilt wurde."

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