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Im deutschen Reich · 1916-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1916) · p. 174

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1916)
Article
Wirtschaftliche Lage und Volkseinigkeit
Date
1916-07-01
Page
174 (sequence 1)
Language
German
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174 Im Deutschen Reichs Korrespondenzen. , — wirtschaftliche Llage unö Volkseinigkeit. Rnter diesem Titel hat die freie Vaterländische Vereinigung in Berlin, Behrenstraße 63, einen Bericht über die Kundgebung int Abgeordneten- Hause am 13. Mai 1916 veröffentlicht, dem eine weite Verbreitung zu wünschen ist. Wie der Vorsitzende der Versammlung, Geh. IustizraL Prof. D. Dr. Kahl, in der Eröffnungsrede betonte, ist die Vereinigung am 28. Februar 1915 begründet worden, „um die aus dem Kriege erwachsene Einheit unseres Volkes auch im Frieden zu erhalten, um zu verhindern, daßwieder die Sonderinteressew der einzelnen, der Berufs Stande und Klassen» das Gemeinschaftsbewußtsein zurückdrängen". Von diesem Geiste durchweht, haben auch andere Redner, Staatssekretär a. D. Herrenhaus Mitglied Dr. Dernburg, Landtagsabgeordneter Oekonomierat Dr. Hoesch und der Verbandssekretär der freien Gewerkschaften die einigende Kraft der Vaterlandsliebe hervorgehoben Und .in einer einmütig angenommenen Erklärung besonders die Pflicht betont, „mitzuhelfen, daß das köstliche Gut der Volkseinheit nicht unter dem Druck vorübergehender wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu leiden hat. Dem Bericht über diese Reden ist ein Aufruf angeschlossen, der die Ziele, deren Verwirklichung die Vereinigung sich angelegen sein lassen will, in einer Reihe von Leitsätzen zusammenfaßt, aus denen wir folgende herausheben: „Alte Aemter sind nicht nur verfassungsrechtlich, sondern auch tatsächlich, den für sie geistig und sittlich Befähigten zugänglich zu machen. Die Anforderungen der nationalen Sicherheit Und Wehrhaftigkeit sowie der Fürsorge für die Kriegsinvaliden Und die Hinterbliebenen lder gefallenen Krieger sind von einem Standpunkt Zu prüfen, der über die Unterschiede der Parteien hinausragt. Die Einheitlichkeit unseres Volkes ist auch im gesellschaftlichen Zusammenleben und im freien Verkehr nicht zu vergessen und durch die Reberwindung jeder Art von Kastengeist, von Mißtrauen und Gehässigkeit zu betätigen/ — wie gewisse Aeitungen durch allgemein gehaltene beweislose Behauptungen auch bereits in der Zeit des Burgfriedens ihre antisemitischen Tendenzen verfolgen, davon sei ein Beispiel erwähnt, das aber leider keineswegs vereinzelt steht. In der Abendausgabe der „Kr euzz eitun g" vom 7. Juni veröffentlichte diese eine ihr angeblich aus Hamburg zugeKrngene Zuschrift, in der behauptet wurde, man beklage in Großhandelskreisen! bitter bedenkliche Vermögensverschiebungen, die infolge des Krieges durch die Vergebung der Heereslieferungen entstanden seien. Der Ungenannte Hamburger Berichterstatter äußert sich wörtlich: „Während tüchtige und ehrenwerte Kaufleute im Felde stehen und für das .Vaterland kämpfen, konnten andere, meist nicht aermanische Elemente emporkommen und sich über alles Maß hinaus bereichern. Ein Hamburger Ramschgeschäftsmannder in kaufmännischen Kreisen kein Ansehen genoß» hat bisher 19 Millionen Mark verdient. Andere kleine Winkelkaufleute sind Millionäre geworden. Derartige Vorkommnisse machen böses Blutwenn

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