Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1916)
- Article
- Die "Norddeutsche Allgemeine Zeitung"
- Date
- 1916-07-01
- Page
- 172 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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172 Im Deutschen Reich. Zeit des Burgfriedens in einer amtlichen Zeitung mit der Sache zn tun hat, wandten wir uns mit einer entsprechenden Anfrage am 11. Marz 1916 an die Redaktion der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung. Ende April erhielten wir endlich den Bescheid, daß sie der zuständigen Stelle von unserem Schreiben Kenntnis gegeben habe, eine Auskunft aber nicht eingegangen sei. Auf unsere wieder-, hotten Anfragen schwieg die Norddeutsch,e Allgemeine Zeitung, ebenso auf unser Ersuchen, uns die Adresse der zuständigen Stelle mitzuteilen, damit wir uns mit dieser direkt in Verbindung setzen können. * - In iXt. oo4 der Zeitschrift „Der Kammer" vom 15. Mar b. I. wurde berichtet, „es habe sich in Berlin und Frankfurt a. M. ein Frauenbund gebildet, der auf die Jugenderziehung Einfluß üben will im Sinne der Unterdrückung der kriegerischen Instinkte. Der neue Bund, an dessen Spitze einige angesehene Israelitinnen stehen, soll von England aus unterstützt werden". Da es uns nicht möglich war, irgend etwas von der (Gründung eines solchen Bundes zu erfahren, vielmehr alle Nachforschungen ergebnislos blieben, haben wir uns an die Schristleitung des „Hammers" selbst gewandt, mit dem Ersuchen, uns mitzuteilen, wie der angebliche Frauenbund heißt, wer die angesehenen Israelitinnen sind und ob mit Sicherheit die Unterstützung von England aus behauptet werden kann. Wir dürsten wohl einer Antwort bald entgegensehen» da auch die Schristleitung des „Hammers" ein lebhaftes Interesse an der Aufklärung eines so vaterlandsfeindlichen Beginnens haben müsse. -— Herr Theodor Fritsch in Leipzig hat darauf geantwortet: „Für die Notiz liegen hier bestimmte Angaben und Namen vor. die aber in Rücksicht auf die derzeitige politische Lage nicht der Oesfentlichkeit preisgegeben werden sollen." — Bon einem so ausgezeichneten Deutschen, wie Herr Theodor Fritsch nach seiner eigenen Behauptung ist, hätte m<m erwarten sollen, daß er Material zur Entlarvung von Vaterlandsoerratern gerade in der Kriegszeit „preisgeben" würde — soweit er es nämlich besitzt! * >— Berichtigung. Von einer Seite, die dem verstorbenen Rabbiner Pr. E o h n - K a t t o w i tz uadestcht werden wir um Aufnahme folgender Zeilen ersucht: „Bedauerlicherweise hat in Ihrem geschätzten Blatte eine unwahre Legende aus der „Kattowitzcr Zeitung" über den verstorbenen Herrn Rabbiner vr. Eohn Aufnahme gefunden, die wenig geeignet sit, den Verstorbenen zu charakterisieren. Denn so sehr auch innerer und äußerer Frieden dem Heimgegangenen Herzensbedürfnis war, so war Frieden doch keineswegs für ihn gleichbedeutend mit beschaulicher Rühe. Nicht ein Friede, der sich mit solchen Aeußerlichkeiten zufrieden gegeben hatte. Achtung, ja Verehrung, fand, der Verstorbene freilich weit über, die Kreise seiner Gemeinde hinaus, die in ihm einen Führer und Seelsorger in des Wortes bester Bedeutung verloren hat. Der/ aus dem äußersten Nordwesten Deutschlands, aus der frommen Gemeinde Altona, stammende Nachkomme einer jüdischen Gelehrten^