Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1916)
- Article
- Durch die Verleihung des Eisernen Kreuzes [Nachricht]
- Date
- 1916-07-01
- Page
- 170 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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170 Im Deutschen Reich, — Durch die Verleihung -es Eisernen Kreuzes am weißschwarzen Band haben die von denn stellvertretenden Bor» sicher der Berliner S t a d t v e r o r d n e L e n v e r s a m m l u n g, Herrn Laudtagsabgeordneten Geheimen Iustizrat Oskar Eas s e'l, in hervorragender Weise dem Vaterlache geleisteten Dienste "An, Erkennung gefmiden. — Die rverbetätigkeit, die von der Münchener Ortsgruppe in letzter Zeit nach einem planvollen Vorschläge des Herrn Eugen Reuslatter, München, Bavariaring 43, in vorbildlicher Weise entwickelt wird, hat den Erfolg erzielt, daß uns am 14. Juli d. I.- 103 Reuanmeldungen übermittelt werden konnten. Dieser Eifer ist um so erfreulicher, als er von der Erkenntnis herrührt, daß der Crntralvercm ein neutrales Feld ist, auf dem sich alle deutschen Juden zusammenfinden können. Möge das Vorgehen der Münchener Ortsgruppe recht viele unserer Ortsgruppen veranlassenbaldmöglichst ihre Werbetätigkeit mit erneutem Eifer wieder aufzunehmen, denn selten ist der Boden für eine solche Arbeit so günstig gewesen wie gerade jetzt. $ — Spenden. Frau Mary Londoner in Worms unterstützte unsere Bestrebungen durch Überweisung von 13 Mark, die sie von der Reichsgoldsammelstelle für den Ehering ihres verstorbenen Mannes erhalten hat. — Die Kinder der jüngst verstorbenen Frau Ida Stamm in Frankfurt a. M. haben anläßlich des Ablebens ihrer Mutter dem Centralverein 50 Mark überwiesen. —!Die Firma Hesselberg er L Herz in München ließ uns eine freiwillige Spende von 100 Mark zugehen, Herr Benno Lewin in München, Römerstraße 21, spendete uns ebenfalls 100 Mark urü) Frau Moritz Bauer in Frankfurt a. M. die gleiche Summe. Herr Moritz Wo l fsohn in Wiesbaden, übermittelte uns 50 Mark. — Ferner ging noch eine sehr erhebliche Sperre <500 Mark) bei uns ein, die Herr Bert hold.Barschack in Berlin, Maaßenstraße, -Mr unsere Bestrebungen" uns zugehen ließ. Allen freundlichen Spendern drücken wir herzlichen Dank aus. * '= Wartezimmer. Von vertrauenswerter Seite wird uns ieln peinlicher Vorgang geschildert, der für jüdische Patienten, die im Bad Tölz Erholung suchenvon Interesse sein dürfte. Herr Steinhardt aus München hatte mit Frau und Tochter bei der Wirtin des praktischen Arztes Dr. Jungmayr Wohnung genommen und mit ihr vereinbartdaß Fräulein Steinhardt das im Wartezimmer des Arztes stehende Klavier der Wirtin außerhalb der Sprechstunde des Arztes benützen dürfe. Als an einem Tage im Monat Juli Dr. Iungmahr unerwartet die Wohnung betrat, wahrend Fräulein Steinhardt Klavier spielte, fuhr er sie deftig mit den Worten an: „Juden brauche ich überhaupt nicht in meinem Zimmer; es geht auch fot" Da das Fräulein sich der-