Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1916)
- Article
- Herr Syndikus Dr. Holländer [Nachricht]
- Date
- 1916-07-01
- Page
- 167 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Mereittsnachrichlen. 167 Vereinsnachrichten. — Herr Syndikus Dr. Holländer befindet sich seit Auni 1915 als Rechnungsführer des Lazarettzuges der deutsche» Lne Lrirs-Logen im Felde. Zuschriften in Vereinsangelegenheilen bitten wir deshalb nur an die Adresse des Vereins zu senden. — Professor vr. Martin Philippson, dessen große Verdienste um die jüdische Gemeinschaft in ehrenvollster Weise anerkannt wurden, als er das 70. Lebensjahr vollendete, ist leider wenige Wochen darauf verschieden. Als würdiger Sohn von Ludwig Philippson war Martin Philippson rastloS bestrebt, die Gesamtheit der deutschen Juden zu einigen, sie zu fördern und der Wissenschaft des Judentums die ihr gebührende Anerkennung zu verschaffen. Dem von Kohner, tzonigmann und Emil Lehmann vor fast 30 Jahren begründeten „Deutsch-Israelitischen Gemeindebund" widmete er seit dem Jahre 1894 im Ausschuß und dann viele Jahre hindurch als geschäftsführender Vorsitzender seine erfolgreiche Tätigkeit und schuf eine ganze Anzahl wohltätiger Veranstaltungen, ins-'' besondere auf dem Fürsorgegebiete. Ein hervorragender Gelehrter und Schriftsteller, betätigte er sich nicht nur auf seinem eigentlichen Arbeitsfelde der Geschichtswissenschaft, sondern wirkte auch als Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums und durch die von ihm verfaßte „Neueste Geschichte der Juden" bahnbrechend auf dem Gebiets der jüdisch-historischen Wissenschaft. Ihm ist auch die Begründung des Gesamtarchivs der deutschen Juden zu verdanken. Als Mitbegrürrder und erster Vorsitzender des Verbandes der deutschen Juden hat Martin Philippson diese Gesamtorganisation der deutschen Juden so gefördert, daß sie ihn zu ihrem Ehrenmitglieds ernannte. Auch unserem Centralverein hat er seit Jahren seine Mitarbeit gewidmet. Bei seiner am 4. August dieses Jahres in der Ehrenreihe des jüdischen Friedhofes in Anwesenheit zahlloser Leidtragenden und der Vertreter aller großen Mischen Organisationen stattgefundenen Bestattung brachte das Vorstandsmitglied des Centralvereins, Iustizrat vr. Lövinson, zum Ausdruck, was Philippson uns und der deutschen Iudenheit gewesen ist. Sein Wirken wird in der Gemeinschaft der Deutschen Juden unvergessen sein.