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Im deutschen Reich · 1916-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1916) · p. 166

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1916)
Article
Gibt es eine arische Rasse?
Date
1916-07-01
Page
166 (sequence 2)
Language
German
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ICO Im Dc ul scheu Reich. Durch manche Rasseneigenschast der Semiten wird ihre kulturelle Brauchbarkeit unter andern Völkern ergänzt iutf> erhöht; deshalb eben ist der politische Antisemitismus zu verwerfen. Erwidern n g. Das; niemand die Rasseth-eorie für den Krieg in Anspruch nähme, die Rassenreinheit eines geschichtlichen oder vorgeschichtlichen Volkes behauptete, die Herkunft der Indogermanen als unbestritten hinstellte und Chamberlain Gefolgschaft leistete — Ware ja alles sehr wünschenswert, trifft aber leider in Wirklichkeit nicht zu. Die arische R a j s e n ahnlichkeit kann durch die Ergebnisse der vergleichenden Sprachwissenschaft nicht erwiesen werden, da Aaste und Sprache nicht in einem notwerckügen Könner stehen, sondern sich ganz unabhängig voneinander entwickeln können. Unsere Kenntnis der nur aus sprachlichen Gleichungen erschlossenen Kultur des indogermanischen Urvolksgeht über allgemeine Umrisse nicht hinaus; von seiner Religion wissen wir fast nichts, von seinem GöLLerglauben nicht viel mehr. Daß die Arier, d. h. dre Inder und Iranier, eine idealistisch gerichtete Religion besessen haben sollen, ist erne beweislose Behauptung. Eher ist das Gegenteil anzunehmen. In dem ältesten arischen religiösen Denkmal, den Hymnen des Rigveda, werden die Götter um Sieg, Beute an Kühen, Regen, RachkommenschafL ustv. angcsteht — alles recht reale Dinge. Don der ältesten iranischen Religion wissen wir nur das, was in Zarathustras Schriften dagegen polemisierend erwähnt wird, und das ist recht wenig. Dessen Religion selbst ist natürlich ebensowenig wie die Lehren Buddhas als nrarisch anzusehen; mit demselben Recht könnte man den Gottesglauben der israelitischen Propheten als ursemitisch hinstellen. In ältester Zeit freilich waren dre semitischen Religionen realistisch, wie alle Religionen tu ihren Anfängen; die idealistische Vorstellung dringt überall erst in jüngeren Perroden als Ergebnis philosophischer Reflexionen durch. Was Dpr. W. de kr Motte als „Semiten" bezeichnet, smd ln Wirklichkeit Juden, die sich natürlich im Osten bedeutend, m Westeuropa nur noch wenig von ihrer Umgebung unterscheiden. Me Juden sind rassenhaft nicht weniger gemischt als dre europäischen Völker, allerdings z. T. mit andern Komponenten (in bezug auf Mitteleuropa). Äus der Rassenmischung aber Schlüste auf dre geistige Befähigung zu ziehenist wissenschaftlich! unhaltbar, da. uns dafür die handhaben fehlen, Or. S. Feist. K

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