Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1916)
- Article
- Gutachten [Rezension]
- Date
- 1916-05-01
- Page
- 141 (sequence 2)
- Language
- German
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Bücherschau. 141 Wenn auch nach Lessing die Alten nie Furien gebildet, d. h. das Häßliche aus dem Bereiche der Kunst verwiesen haben, so denken jedoch die Modernen anders. Wir sind der Meinung, daß das Kunstwerk Licht und Schatten gleichmäßig zu verteilen. Wahrheit und Lüge aufzuzeigen hat, aber alles Grausige, alle Lasterhöhlen sind von der Jugend fernzuhalten. „Es ist kein Anblick für Kinder", heißt es auf Seite 207 der beregten Schrift. Wir stimmen Jean Paul zu, wenn er in seiner „Levana" erklärt: „Einen traurigen Mann erduld ich, aber kein trauriges Kind; denn jener kann, ut welchen Sumpf er auch einsinke, die Augen in das Reich der Vernunft oder in das der Hoffnung erheben: das kleine Kind aber wird von einem schwarzen Gifttropfen -der Gegenwart ganz umzogen und erdrückt. Denkt euch ein Kind, das zum Vlutgericht geführt würde ader sehet einen Schmetterling nach dem Ausreißen seiner Flügel als Raupe, so fühlt ihr, was ich meinet" — And nun jene verbrecherischen Juden! Dem Künstler steht es zu, einen verbrecherischen Juden oder einen verbrecherischen Christen zu zeichnen. Aber hier in „Oliver Twist" wird der konfessionelle Standpunkt einseitig hervorgehoben» dennein Jude mit edlen Charaktereigenschaften ausgestattet tritt in der Erzählung nicht weiter auf, so daß in dem Kinde die Meinung entsteht: So sind die Juden alle! (Eine ähnliche Bemerkung ist übrigens in der Geschichte zu verzeichnen.) Leider ist die Erzählung dazu angetan, altvererdte Vorurteile gegen die Juden bei der christlichen Jugend zu stärken. Aus allen diesen Gründen lehnen wir das Buch Oliver Twist nachträglich mit aller Entschiedenheit ab. Wir bitten jüdische und andere Zeitschriften um Abdruck dieser Zeilen, vr. M. Spanier, Magdeburg; & Bei der Redaktion eingcgangen: — Bericht über die Israelitische Erziehungsanstalt zu AhleM bei Hannover für das Jahr 1915. Das Lokal-Komitee Berlin für Ahlem wählte Herrn Handelsrichter B er t h o ld K i r st e i n (in Firma Knauth & Co.) zum Vorsitzenden anstelle des verewigten Herrn Louis Rosenbaum, und den Sohn des letzteren, Herrn Mar Rosenbaum, zum Schatzmeister. Beide Herren wurden in das Kuratorium der Anstalt zugewählt, — 34. Bericht der Lehranstalt für die Wissenschaft des I«Heniuins in Berlin N 26 für das Jahr 1915, — StaaLsbürgerSibliother. 61 Heft Argentinien, 65. Brasilien, 68. Chile. Verfassung, Verwaltung und Volkskurtschaft. Von Gustav Stelzenbach. Volksverein-Verlag» G, m. b. h., M.-Gladbach. Preis postfrei je 50 Pf,