Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1916)
- Article
- Bei der Einweihung der neuen Synagoge in Rastenburg
- Date
- 1916-05-01
- Page
- 128 (sequence 1)
- Language
- German
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128 Im Deutschen Reich. — Bei -er Einweihung -er neuen Synagoge in Aastenburg erwiderte am 28. Mai der als Ehrengast anwesende Regierungspräsident Dr. Gram sch auf die Ansprache des Gemeindevorstehers, Stadtrat Max Iaruslawsky: „Nur der unerschütterliche Glaube an die Unbesiegbarkeit unserer Heere konnte dies Werk gedeihen lassen in einer Stadt, über die der Krieg hinweggebraust ist. Mit größter Opferwilligkeit haben die Mitglieder an diesem FriHenswerk mitgeholfen. Stolz können in spaterer Zeit die Nachkommen auf das sein, was chre Ahnen in der Kriegszeit geschaffen haben." Die Festpredigt hielt Rabbiner vr. Vogelstein aus Königsberg. Der Bauentwurf sowie die gesamte Bauleitung und die Inneneinrichtung lag rn den Händen des Regierungsbaumeisters Kirstein, der für Rastenburg ein neues, schönes Bauwerk geschaffen hat, * Jubiläum. Am 24. April d. I. feierte Herr Rabbiner vr. Jacob in Dortmund, der sich an den Bestrebungen des Centralvereins hervorragend beteiligt und sich .als geschätzter Mitarbeiter unseres Vereinsorgans betätigt hat, sein 25)ähriges Amtk^- jnbilänm. — stlnser Vertrauensmann für Neumark (Westpreußen), Herr Rentier Caspar Lanöshut, der seit 22 Jahren dem Len« tralverein an gehört, hat im 1. Juni sein 25 jährig es Jubiläum als erster Vorsteher der Synagogengemeinde Neumark gefeiert. Der Vorstand des Centralvereins sandte beiden Iubilaren ein Glückwunschschreiben, * — Verwechselte Aollen in Solen. Nach einer Mitteilung der ».Jüdischen Zeitung" aus Warschau wollte in einer dortigen Arbeiterversammlung ein polnischer Arbeiter seine Rede ins Jiddische übersetzen, um sich den anwesenden Juden besser verständlich zu machen, erzielte aber dadurch nur, daß ein Teil der Anwesenden dagegen lärmend protestierte und sich unter Führung eines Juden demonstrativ entfernte. —•- Ein ähnlicher Fall wurde aus Minsk berichtet, wo ein polnisches Mitglied des Bürger-Komitees den Antrag stellte, der armen jüdischen Bevölkerung die Kerzen zum Sabbatgebrauch billiger zu berechnen, der Antrag aber ab-/ gelehnt wurde, weil ein jüdisches Komiteemitglied erklärte, die Luden könnten auf den Gebrauch der Kerzen, den ihr Ritus nicht vvrschreibe, gänzlich verzichten. 'sfe — Der LLunstrezensenL -er ZLreuzzeiLung, der am 26. Mai ein antisemitisches „Nachwort zur Kunstversteigerung Stern" lieferte, Herr Friedrich v. Kdainack. hat durch seine Klage über die „ungeheuren Summen, die für dre jüdischen Maler ausgegeben", bzw. über „die riesigen Preise", mit denen „Liebermann und n^en ihm Lesser Arh bezahlt werden", eine überraschende Vielseitigkeit! bewiesen. In einem dem „Berliner Tageblatt" am 31. Mai zugegangenen Schreiben wurde der Redaktion der „Kreuzzeitung" empfohlen, das Pamphlet zu leseih das 1893 Herr v. Kbahnach