Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1916)
- Article
- Kein Schächtverbot
- Date
- 1916-05-01
- Page
- 127 (sequence 1)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 127 —' Kein SchächtverboL. Der .Münchener Leben smit^ tielb er sorg u n g sa u s sch u ß hatte am 13. April d. F. beschlossen, das Schachten von Rindern im Münchener Schlachthofe verbreten zu lassen, weil wahrend des Schächtaktes ein Toil des Blutes verloren geht oder für den Zweck der Herstellung einer billigen Kriegswurst unbrauchbar wird. Bisher wurde das Blut der geschlachteten Tiere für technische Zwecke verwendet. Am 26. April haben aber die „Münchener Neuesten Nachrichten" unter der Aeberschrift „Kein Schach (verbot" berichtet: „Nach vorgängigem Benehmen mit der israelitischen Kultusgemeinde Urüz ihrem Rabbiner Dr. Werner beschloß der Magistrat mij Rücksicht aus jenen Teil der jüdischen Einwohnerschaft, der nach streng religiösen Vorschriften lebt, von einem solchen Der« bot abzu sehen. Dagegen wird wegen Kontingentierung und Verringerung der Schichtungen, sowie wegen der Einführung einer Vorrichtung zum Auffangen reinen Blutes auch geschachteter Tiere eine entsprecheilde Vorschrift nach Durchführung der Erhebungen ergehen. Die israelitische Kultusgemeinde erklärte fich mit dies« Maßnahme einverstanden," ❖ — Aus Anlatz der Seeschlacht am Skagerrak hat am Abend des 3. Juni auf dem Wllhelmsplatze in Bochum vor der von dichten ^Nassen umringten c^chmiedchalle eine vaterländische Feier stattgcfunden. Herr Rabbiner I)r. Dav^id war, nach dem Bericht' der Bochumer Zeitung „Märkischer Sprecher", gebeten wordendie Ansprache zu halten. Dieses Krcisblatt berichtet darüber: „Ein stattlicher Sängerchor hatte sich aus Mitgliedern des M. - G. - V« „Schlägel und Eisen" gebildet. Mit vaterländischen Weisen und Märschen leitete die Merkcrtjche Kapelle ein. Die Sänger trugen unter Musikdirektor hoffmann den Chor „Deutsche Volker" vor. Dann ergriff der Redner des Abends das Wort. Von der nordischen Sage ausgehend zeigte er, wie wuchtiger Hammerschlag den meerbeyerrschcndcn Drachen — England — in diesen Tagen getroffen. Die deutsche Alarme hat den ersten großen Sieg erkämpft. Das danken wir den Tupfern, die ihr Leben eingesetzt haben für unser Vaterlaub, das danken wir den Führern, insonderheit unserem Kaiser und dem Organisator der deutschen Seewehr, dem Großadmiral v. Tirpitz. Wir gedenken auch des allmächtigen Gottes, der das Schicksal der Länder und Völker bestimmt, der mit uns war und der jetzt auch unsere Fluren segnet. Mit dem Gelöbnis „Deutschland über alles" klang die formvollendete und packende Rede aus. Nach gemeinsamem Gesang der deutschen Hymne noch ein Chorlied von „Schlägel und Eisen". Me ergreifend ertönte es doch in den Linden Abend hinein: „Deutschland muß l^ben und wenn wir sterben müssen." Das Publikum lauschte ganz der weihevollen Stimmung dieser Stund« hingegeben,"