Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1916)
- Article
- Rabbinerverband in Deutschland
- Date
- 1916-05-01
- Page
- 126 (sequence 2)
- Language
- German
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126 Im Deutschen 9vctd>.: Dr. Kopfstein-Beuthen referierte sodann über die Militärseelsorge sowie über ihre bisherige Regelung und brachte die Wünsche für dü Friedenszeit vor, die auf eine gesetzliche Gleichstellung mit den christlichen Konfessionen hinauslaufen. Die daran sich schließende Debatte beschäftigte sich mit der gesetzlichen Stellung des Rabbrners, besonders des preußischen im allgemeinen. Es wurde beschlossen, einen Ausschuß einzusehcn, welcher diesen Gegenstand untersuchen und Wege zur -Aenderung des unhaltbaren, bestehenden Zustandes weisen solle. Des ferneren soll die Frage der Anstellung eines besoldeten Syndikus erwogen und eine Fachpresse, die bisher fehlte, geschaffen werden. Das Verhältnis zum Verband der deutschen Juden soll auf Grund einer einstimmig angenommenen Resolution geregelt werden, welche die Selbständigkeit des Rabbinerverbandes in allen religiösen Angelegenheiten betont. -Ueber den Religicarsuntcrricht an höheren Lehranstalten berichtete Rabbiner Dr. Rosenberg-Thorn. Rach längerer Debatte nahm die Versammlung eine Anzahl von Thesen an, welche im Endziel die möglichste Gleichstellung mit dem christlichen Religionsunterricht verlangen. Rabbiner Dr. Gold» Mann-Oppeln sprach sodann über die Stellung des Rabbiners zur Ostjudenfrage. Sein Vortrag, den er als einen Beitrag zum Verständnis, nicht aber zur Lösung des Problems bezeichuete, empfahl gründliches Studium der Frage und vorsichtigste Zurückhaltung in den Zukunftsplänen, so lange über die politische Zukunft Polens nicht entschieden sei. Der nächste Vortrag des Rabbiners Dr. Freuden* Ihal-Rürnberg galt der Witwen» und Waisenkasse des Verbandes. Vefonders betont wurde die Rotwendigkeit, sie zu einer Pensionskasse auszugestalten, da es ht Deutschland noch sehr viele Gemeinden gäbe, in denen die Pensionsverhältnisse der Rabbiner keineswegs geregelt seien. Eine Reihe von anderen Fragen wurde teils durch Entschließung der Versammlung, teils durch AeberweisiMH an den geschaftssührenden Vorstand erledigt. Besonders wurden die Mittel besprochen, um etwaigen, während der Kriegszeit drohenden Schacht» verboten wirksam entgegentreten zu können. Nachdem zum Schluß in warmen Worten der Helden ans den Reihen des Judentums gedacht worden war, die opferfreudig ihr Leben für ihr deutsches Vaterland Angegeben haben, schloß der stellvertretende Vorsitzende Rabbiner Dr. MuNk°Marburg die erfolgreich verlaufene Tagung mit einem kraftvollen Aufruf an die deutschen Rabbiner zu weiterer treuer Arbeit für Judentum und Vaterland. Die Ansprache klang in ein inniges Gebet um Sieg und ehrenvollen Frieden aus, S* ----- Der Verband der Deutschen Juden hat für die jüdischen Angehörigen des Heeres zum Schowuausfest <dem Tage der Offenbarung) ein Heft herausgegeben» das von den im Felde stehenden jüdischen Soldaten gewiß mit Freuden begrüßt worden rst. Das Heft enthalt ein Gemerndelied von A, Horwrtz, ferner eine Festpredigt des Pros. vr. S. Mahbamn, ein Schowuaus-Gedicht von Mar Emanuel Stern, den Psalm. 73, Bruchstücke aus Jssaias Rertzeißung, Sprüche .Salomonis usw«