Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1916)
- Article
- Der Ausschuß des Verbandes der deutschen Juden
- Date
- 1916-03-01
- Page
- 84 (sequence 2)
- Language
- German
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84 Fm Deutschen Reich. Wagen bcn Namen des Stifters tragt. Es sollen nicht nur Buchet? zum Verleihen, sondern auch zum Kauf ausgelegt werden. Der? Verband regt zur Unterstützung dieser Bestrebungen an, die eins Heranführung geeigneten Lesestoffes an unsere Soldaten an der Front ermöglichen sollen. — Ferner schreibt uns der Ausschuß des Verbandes: „Von jüdischen heercsangchörigcn aus dem Felds sind uns Klagen darüber zu Ohren gekommen, datz der Chr ijt lichg Verein junger Männer in L i n d h o r ft ihnen Schriften zuschickt, die der Bekehrung von Juden zum Christentum ge» widmet sind. Da gegen solche Belästigung eine gesetzliche handhabe nicht besteht, so glauben wir durch die Bekanntgabe dieses geschmacklosen Verhaltens die jüdischen Soldaten darauf Hinweisen zn sollen, daß sie von den ihnen zugehcnden Schriften den geeigneten Gebrauch machen/ * — Die In Lemberg erfolgte Beschlagnahme jüdischer Gebet« bücher ist keineswegs, wie von gehässiger Seite angedentet wurde, ans Grund eines anstößigen Inhalts erfolgt. Die O e st e r r e i ch i s ch e Israelitische Union hat über die in der „Wiener Zeitung" über diese Beschlagnahme veröffentlichten Erkenntnisse folgendes festgestellt: „Cs handelt sich hierbei um Erzeargnisse zweier Lemberger Verlagsfirmen, die nur für den Gebrauch russischer Juden bestimmt» waren und, russischen Vorschriften entsprechend, ein Gebet für das Staatsoberhaupt enthielten .Mit dem Busbruch des Krieges und nach der Besetzung Russisch-Polens entsprachen diese Gebetbücher nicht mehr den tatsächlichen Verhältnissen; es mußte deshalb die Beschlagnahme der noch vorhandenen Lagerbestände erfolgen. Unter den österreichischen Juden waren solche Gebetbücher niemals im Gebrauche." * — Leutnant Senöer. Zu Ehren des Andenkens Gottfried Senders wurde der Reinertrag von 500 M. aus dem Verkauf des Leutnant Sender-Büchleins (Verlag von M. Glogau jr. in Hamburg) dem Rcssroe-Infantene-Regimertt Ar. 24 für seine Kricgsinvalidcn überwiesen. — Kriegsopfer statt Kriegsgcwinn'. Der „^riegsanssch-ch fIr Kousumenren-Interesscn" in Königsberg i. Pr. hat der dor.;gm Volksztg." am 13. März folgendes mitgetcilt: „In der „Chem k.r- Ztc,." Hot Professor Dr. Lasscrr Cohn über seine auch vom Institut für Gährungsgewerbe günstig beurteilte Erfindung zur Verbilligung der Kraftfutterhefe nähere Mitteilung gemacht. Ganz besonders interessant ist seine Schlußbemerkung, die verdient, doch jeder Deutsche sie kennen und für sich selbst beherzigen lernt: „Ich habe meine Erfindung nicht zum Patent angemeldet, sondern stelle sie jedem frei zur Verfügung. Denn ich meine, daß es in dieser Zeit, wo zahllose Mitbürger ihr Leben für das Reich einsehen, einem Bürger, der wegen Alters