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Im deutschen Reich · 1916-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1916) · p. 37

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1916)
Article
Stellung der englischen Regierung zur russischen Judenfrage
Date
1916-01-01
Page
37 (sequence 1)
Language
German
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Vermischtes". 37- — Stellung -er englischen Regierung zur russischen Judenfrage. Nach einem dem New-Dorker „Jüdischen Tageblatt" zugegangenen Telegramm hat der englische Unterstaatssekretär im. Ministerium des Äeußern, Lord Robert Eecit, dem Redakteur der russischen Zeitung „Gazeta Kopejka", G o r o d e z k i über die r u s s i stch e Judenfrage nachstehende Erklärung abgegeben: „Die englische Regierung hat immer mit der Forderung einer völligen Emanzipationi der russischen Juden sympathisiert, allein die Juden frage ist eine innere Angelegenheit des russischen Reiches, in die wir, die Verbündeten Rußlands, uns nicht cinmischen dürfen und» wollen. Die Verbündeten respektieren sich gegenseitig und wir werden uns deshalb mit jeder Art der Lösung dieser Frage durch die russische Regierung zufrieden geben m ü s s e n." * — Der Staat als Held.. Unter der Ueberschrift „Der HeroS Staat" hatte Otto Grund in der Nr. 236 der „Zoppotcc Zeitung" auf die Wandlungen hingewiesen, die der Weltkrieg herbeigeführt hat, daß die internationale Friedensbewegung kaum noch erwähnenswert sei. die internationale Sozialdemokratie, die die scharfe Parteinahme ihrer französischen Anhänger gegen die deutschen Genossen nicht habe verhindern können, die weltumspannende Religion, die weder Gehässigkeiten der englischen Baptisten u. a. des Schatzkanzlers Lloyd George noch des Verbandes der französischen Protestanten gemildert habe. Nicht nur im Orient, sondern auch in den Gesangcnenlagern beten Mohammedaner für den Sieg deutscher Christen, nicht ails religiösen, sondern aus politischen und nationalen Gründen. Von den Banden des Blutes imb der Rasse sei unter den Völkern kaum noch eine Spur vorhanden. Der Artikel schloß mit der Bernemung: „Auf dem festverankertett Grunde des Staates, des Deutschen Reichs, wird altes späters Leben beruhen. Hier steht nicht der Raffenunb Blutsgenosse neben dem andern, nicht der Protestant neben dem Protestanten, der Politiker rieben dem Politiker, sondern der Staatsbürger neben dem; Staatsbürger. Jeder hat nur das eine gewaltige CVcfü^t: Jetzt schmieden wir für ewige Zeiten zusammen, wozu 1870 erst der Grundstein gelegt wurde." — Diese Ausführungen und wohl insbesondere der Satz in dem Leitartikel „Wer kann heute noch ohne schamvolles Erröten vom jüdischen Fremdkörper im deutschen Volke sprechen?" riefen den Rassenpolitiker Dr. T h i m m auf deu Plan. In seiner Entgegnung auf den Artikel „Der Staat ein Held" sagte er u. a. : „Daß unter den Völkern keine Bande des Blutes und der Rasse zu finden seien, ist eine starke Beharrptung. Hat man doch diesen Krieg als den größten Rassekrieg der Weltgeschichte bezeichnet. Ich glaube, kein Jude wird diesen Ausführungen bei stimmen, denn es gibt keinen stärkeren Beweist von der Tatsache und Bedeutung der Rasse als die Juden." — In streng sachlicher Weise hat Herr Otto Grund Herrn Dr. Thimm widerlegt, daß der angebliche Rassenkrieg nur ein „Rasfendurcheinander" ausweise und wer sehen könne, sich üb<wzeuge, daß über alle' Blutsverwandtschaft jetzt die Geistes-, die Volksgemeinschaft, „der Staas triumphiere, der verbindend wirkt And sich letzten Endes seine Rasse schasst.«

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