Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1916)
- Article
- Nobelpreis der Chemie [Nachricht]
- Date
- 1916-01-01
- Page
- 33 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 33 Zeit als Vorstand des chemischen Laboratoriums der Kaiser-Wilhelm- Gesellschaft, ist aber jüngst als Ordinarius der Universität nach München berufen.- worden. Auster diesemjüdischen Nobelpreisträger ist noch einem anderen jüdischen Gelehrte:!, dem Privatdozenten an der Wiener Universität, vr. Barany, die gleiche Auszeichnung verliehen worden^ indem ihm der Nobelpreis für Medizin zugesprochen wurde. Barany, der bei der Belagerung von Przcmysl als Arzt' in verdienstlicher Weise seinem Vaterlande diente, ist, zurzeit noch als Kriegsgefangener in Trans kaspien, wo. ihn die Nachricht von seiner im friedlichen Wettbewerb der medizinischen Forschung erzielten Errungenschaft hoffentlich über sein jetziges trauriges Los getröstet Hat. * . -— Beförderungen im Inftizöienst. Die Landgerichtsräte Samuel Bernheim er in Nürnberg und Dr. Alfred Uhlmann in Augsburg wurden zu königlich bayerischen Obcrlandesgerichtsrateu ernannt. * — verein für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt a. Main (<£. v.). In der am 16. November d. I. statt gefundenen Mitgliederversammlung wurde der Geschäftsbericht für die Zeit bis 60. September d. I. vorgctragcn. Danach betrug an diesem Tage die Zahl der Schwestern 51, die der Lehrschwestern 17; sie waren sämtlich im Dienste der Bcrwundetenpftege tätig. 4 Oberschwestern, 15 Schwestern und 17 .Lehrschwestern versahen den Pslegedienst im dortigen Krankenhaus der israelitischen Gemeinde, in dem etwa 120 Verwundete untergcbracht sind. Im eigenen ncucrbautcn Schroestcrnhans unterhält der Verein seit Kricgsbeginn ein Lazarett mit 50 Betten, in dem bis 30. September b. I. 236 verwundete Offiziere und Mannschaften mit insgesamt 15 658 Vcrpstcgungstagen verpflegt worden sind. — Das X?ctm des Jüdischen Frauenbundes in Neu-Isenburg. das sich mit bestem Erfolge der Erziehung der gefährdeten, schutzbedürftigen weiblichen Jugendlichen widmet u:rd durch die Ausdehnung seines Schutzes auf Mütter mit Kindern auch der Erhaltung und Pflege des jüdischen Nachwuchses seine Aufmerksamkeit schenkt, bedarf zur Anfrechterhaltung des Betriebes größerer Mittel, als der ,.Heimkommission" zur Verfügung stehen. Das Heim des Jüdischen Frauenbundes in Frankfurt a. M. erläßt deshalb einen Aufruf und erbittet Geldspenden auf Postscheckkonto Nr. 8147 oder an die Kassiererin des Heims, Paula Nassauer, Frankfurt a. M., Nheinstr. 25. * — Eine eigentümliche Auffassung vom Burgfrieden. Die „Görlitzer Volkszeitung" berichtete am 18. Dezember: „Als im September 1915 der kriegsfrciwillige Sohn einer jüdischen Familie sich auf Urlaub harmlos mit Echorufen vergnügte, rief der im Nebenhause wohnende Kgl. Baurat a. D. Micharl aus Mohs a. d. Neisse: „Die Iudenbanbe denkt, sie ist "schon am Jor- Jköt.* Bezeichnend für die Gesinnung des Herrn war, daß er den jungen Kriegsfreiwilligen der seinem Regimentskotzrmandcur denunzierte, um ihm bei der Beförderung