Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1915)
- Article
- Die Juden in Polen
- Date
- 1915-10-01
- Page
- 236 (sequence 2)
- Language
- German
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236 Fm deutschen Reich. b. I. über eine Unterredung, die ein Vorstandsmitglied des jüdisches „Komitees für den Osten" in Berlin mit dem Chef der Reichskanzlei, Herrn Unterstaatssekretär Dr. Wahnschaffe hatte. Der Unterstaatssekretär äußerte sich im Verlaufe der Unterredung über die Grundsätze der Verwaltung der okkupierten Teile Russisch-Polens folgendermaßen : „Cs ist eine Selbstverständlichkeit, daß wir alle Teile der dortigen Bevölkerung gleichmäßig und gerecht behandeln. Me Behörden wurden angewiesen, denJuden nach denGrunds ätzen der Gerechtigkeit und Humanität Denselben Schutz zuteil werden zu lassen wie den anderen Nationalitäten. Es ist für jeden, der das deutsche Staatswesen kennt, ohne weiteres klar, Laß wir ihre grausame und unmenschliche Ausnahmebehandlung durch die russische Regierung mißbilligen. Es liegen uns aus dem okkupierten Gebiet keinerlei Beschwerden vor, wohl aber tausende von Danksagungen über die Loyalität urtb Unparteilichkeit der Verwaltung." — Judenverfolgung im Raukasus. Nach einem der „Voss. Zugegangenen Bericht hat der jetzige kaukasische Statthalter Nikolajewitsch sämtlichen kaukasischen Gouverneuren mitgeteilt, er halte es für unzweckmäßig, die von dem früheren Minister des Innern Schtscherbatow den jüdischen Flüchtlingen erteilte Erlaubnis, in kaukasischen Städten Unterkunft zu suchen, aufrechtzuerhatten. Sämtliche im Kaukasus befindlichen Flüchtlinge seien sofort abzuschieben, gleichzeitig auch die dortigen jüdischen Kaufleute erster Gilde sowie Handwerker, die laut den russischen Grundgesetzen allgemeines Wohnrecht genießen. m Bücherschau. Leutnant Sender, Blätter der Erinnerung für seine Freunde. Aus seinen Feldpostbriefen zusammengestellt von Dr. M. Spanier. Mit einem Bildnis Senders und einem Gedicht Jakob L o e w e n b e r g s. Verlag von M. Glogau jr. Hamburg, Bleichenbrücke 6. Preis 1 M., in schönem Einband 2 M. Der Reinertrag wird einer Kriegsstiftung zugeführt. Nach den Worten des Herausgebers ist das Büchlein dazu bestimmt, das Bild eines überaus liebenswürdigen Menschen festzuhalten. Dieses Bild gestaltet sich unmittelbar aus Briefen, die er aus dem Felde an seine Freunde gerichtet hat. Wir sehen ihn mitten in der Schar deutscher Männer, die sich in dem Weltkrieg selbstlos für das Vaterland opfern, zur Heldengröße ernporwachsen. Gottfried Sender, der als. Jude sich, so trefflich im deutschen Heeresdienste