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Im deutschen Reich · 1915-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1915) · p. 229

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1915)
Article
Ein jüdischer bayerischer Offizier, der aktiv dem Heere angehörte
Date
1915-10-01
Page
229 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen 229 Der mehrfach verbreiteten Annahme, daß, Major Hollerbanm der einzige aktive jüdische Offizier der bayerischen Armee war, ist die Zeitschrift „Das jüdische Echo" am 15. Oktober durch die Behauptung begegnet, daß es in der bayerischen Armee noch mehr jüdische Offiziere gab und noch gibt, z. B. den alten (Kürassieroffizier Carl von Obermeyer, die 'Majore Isidor und Maximilian Marx. Ortenau, Frredmann, Heule u. a. m. Außerdem gibt es in der bayerischen Armee eine größere Anzahl von jüdischen aktiven Sanitätsoffizieren, M'ilitarbeamten und auch unteren Chargen. *; — Beschimpfung schwer verwundeter Lkrieger. Nach einem dem „Jsr. Familienblatt" in Hamburg zugegangenen Bericht aus Kreuznach hat vor einiger Zeit der dortige Möbelhändler Jean jE h r e n h a r d t in stark angeheitertem Zustande im Kaffee Lutz den auf Krücken gehenden schwer verwundeten Julius Fuhrmann aus Fürfeld bei Kreuznach beleidigt. Er rief ihm zn: „Drückeberger, Krüppel und dergleichen" und äußerte noch, wenn ein Jude wie er das Eiserne Kreuz habe, so könne es nur gekauft sein. Vom Schöffengericht in Kreuznach wurde Ehrenhardt nach erhobener Anklage freigesprochen, aber die Strafkammer in Koblenz erkannre, daß hier eine so erbärmliche Dat vorliege, ans die eigentlich Gefängnisstrafe verhängt werden müsse. Und nnr mit Rücksicht auf die Trunkenheit des Angeklagten wurde auf 500 Mark Geldstrafe und Veröffentlichung des Urteils erkannt. % — Für die jüdischen tzeeresangehörrgen gibt der Verband der Deutschen Inden ein C hanin kkas e stheft heraus, das gewiß von den im Felde Stehenden freudig begrüßt wird. Gemeinden und Körperschaften, sowie allen, die an Angehörige im Heere Exemplare versenden wollen, stehen solche im Bureau des Verbandes der Deutschen Juden, Berlin, Steglitzerstr. 9, zur Verfügung. — Die „Deutsch-vWischen Blätter" gaben als Nummer 78 am 29. September nur bekannt, daß ihr Erscheinen aus ihr unbekannten Gründen bis auf weiteres untersagt sei. Wer die vorherigen Nummern gelesen hat, wird über die Gründe nicht in Zweifel sein. Die in Dresden erscheinende ,',Deutsche Wacht" veröffentlichte eine bezügliche kurze Notiz mit der Spitzmarke „Fast unglaublich' und dem elegischen Zusatz: „Was soll man dazu sagen?" — Am 11. Oktober v. F. brachte auch die „Deutsche .Tageszeitung" als Montags-Ausgabe nur in fetten Lettern die Ankündigung „Unsere Deutsche Tageszeitung ist abermals bis auf weiteres verboten worden". Sie ist aber bald darauf wieder erschienen. — Anter dem Titel „Eine Totgeglaubte" berichtete die „Deutsche Zeitung": „Vor dem Schöffengericht „Berlin-Mitte^ hatte, sich der Geschäftsführer der „Staatsbürger-Zeitung" wegen Preßübertretung zu verantworten. Das nunmehr seit zchn Monaten nicht mehr erscheinende Blatt hatte sich in einem Rundschreiben an einen Teil seiner Abonnenten gewandt und sein im Frieden zu befolgendes Programm entwickelt. Nach Mitteilung des Gerichtsvorsitzenden war deswegen vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Anzeige beim Oberkommando nr den Marken erstattet worden. Die alsdann in Höhe von 100 M. ergangene Strafverfügung wegen AeberLrettmg des A 6 des MeH«

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