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Im deutschen Reich · 1915-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1915) · p. 228

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1915)
Article
Die jüdische Gemeinde in Metz
Date
1915-10-01
Page
228 (sequence 2)
Language
German
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228 Fm deutschen Reich. Theodor GoldsHmidt, begrüßte. Au dem Festessen der Loge nahmen': über 200 Soldaten teil; außerdem wurde:: in der Stadt nicht nur; in rituell geführten Restaurants für die jüdischen Feiertage 700' Mahlzeiten geboten, sondern es haben auch die meisten jüdischen. Familien es sich nicht nehmen lassen, zwei, drei oder noch mehr- Soldaten in ihrer Häuslichkeit als Gäste zu bewirten. Dieses Bestreben, die Soldaten am Versöhnungstag die Heimat nicht vermissen zu lassen, zeigte sich auch am Ausgang des Feiertags in vielen Familien. Außerdem sind in Metz mit Erlaubnis der- Behörden für die russischen Gefangenen jüdischen Glaubens Gottesdienste abgehalten worden; auch erhielten sie rituelle Verpflegung. Aehnliches wird auch in vielen andern Gemeinden geleistet worden' sein; die Gastfreundlichkeit der Metzer Gemeinde in den Sep- Lembertagen 1915 wird vielen jüdischen VaterlandsverLeidigern in dankbarer Erinnerung bleiben. — Der erste jüdische bayerische Soldat, der 1870 das Eiserne Lkreuz erhielt, Herr Ludwig Heilbronn er, der Mitinhaber der Tuchfirma M. L. Heilbronn er in Memmingen, ist am 29. August d. I. daselbst gestorben. Der Kultusverwaltung Memmingen hat der Veteran 16 Jahre hindurch angehört und eifrig für unfern Centralverein gewirkt. Der Memminger Krieger-- und Veteranenverein gab nahezu vollzählig dem tapferen .Kameraden! das letzte Geleit mit umflorter Fahne. Von dem im Ort garni--- sonierenden Bataillon war bei dem Begräbnis eine Abordnung, aus einem Hauptmann, einem Leutnant und einem Fähnrich bestehend, bei dem Begräbnis anwesend. F i— Ein jüdischer bayerischer Offizier, der aktiv dem Heere arrgehörte, Major Max H o l l e r b a u m, ist am 26. September dieses Jahres nach schweren Leiden in einer chirurgischen Klinik gestorben. Fm Fahre 1850 geboren, trat er 1870 als Freiwilliger in das Infanterie-Leibregiment ein, in dem er den Feldzug rnittnachte und das Eiserne Kreuz sowie den Bayerischen Militärverdienstorden erwarb. Er wurde 1873 zum Leutnant, 1889 zum Hauptmann und Kompagniechef im 12. Infanterie-Regiment in Reu-Alm befördert, wo er 1905 als Major pensioniert wurde. Von da ab lebte er in München. Bei Beginn des jetzigen Krieges stellte er sich wieder in den Dienst des Vaterlandes und wurde zum Kommandeur des Landsturm-Fufantcrie-Regiments Passau II ernannt, an dessen Spitze er ins Feld rückte, zuerst in Polen und zuletzt im Elsaß, wo Rabbiner Dr. Viktor Marx in Straßburg an das schwere Krankenlager des treuen deutschen Juden gerufen wurde. Fm Aamen des Bataillons widmete Hauptmann Freiherr von Pechmann dem Entschlafenen folgenden ehrenvollen Aachruf: „Das Bataillon steht in tiefer Trauer an der Bahre seines ersten Kommandeurs. Durch und durch Soldat, ein vornehmer, ritterlicher, zuverlässiger Charakter, durch Willenskraft und warmherziges Wohlwollen gleichmäßig ausgezeichnet, war er uns allen vorbildlich auch durch den Heroismus, den er im Kampfe gegen ein langwieriges, schweres Leiden bis zuletzt bewahrt hat. Es war ihm nicht vergönnt, wie an dem Kriege um die Gründung des Reichs, so an dem um seine Behauptung bis zum ehrenvolles Abschluß teilzunehmen. Aber er hat Treue bis zum Tode gehalten, und sein Gedächtnis wird in hohen Ehren bleibend -7—

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