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Im deutschen Reich · 1915-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1915) · p. 225

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1915)
Article
Deutsches Krist-Bekenntnis
Date
1915-10-01
Page
225 (sequence 2)
Language
German
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VereinsnachrichLeNj 225 uns gleichzeitig an die Kgl. Eisenbahndirektion Münster gerichtete Beschwerde an die Kgl. Eisenbahndirektion zu Essen zur zuständigen Behandlung abgegeben wurde. Diese hat uns, wie wir nachträglich zur Ergänzung unseres Berichts nritteilen, beschieden: „Wir haben den Zugaufsichtsöeanrten von Ihrer Beschwerde Kenntnis gegeben mit dem Aufträge, chr besonderes Augenmerk auf unbefugtes Perteilen von Schriften in den Zügen zu richten/ — Verhalten eines KofLboLen. Ein in Geestemünde ansässiger jüdischer Viehhändler war anwesend, als in der Wirtschaft des Herrn Adolf Sparnich in Flögeln, Kreis Lehe, der Postbote Duncker aus Bederkesa am 8. Oktober d. I. in lautem Gespräch behauptete, es seien Juden in Bremerhaven oder Hamburg gewesen, die zweien aus einem in der Aähe befindlichen Gefangenenlager entflohenen Aussen die Zivilkleider zur Flucht zugesteckt hatten. Duncker stellte auch über die Juden in ihrer Gesamtheit noch andere beleidigende Behauptungen auf, deren genauer Wortlaut nicht wiedergegeben werden konnte. Dieses gegen die Dienstvorschriften verstoßende Verhalten eines Postbeamten, das jetzt während des Krieges doppelt unangemessen ist und die Juden unberechtigt verletzt, durste nicht ungerügt bleiben. Unsere Mitteilung hat die Kaiserliche Oberpostdirektion Breme n zu nachstehendem vom 6. September d. F. datierten Bescheide veranlaßt: „Der Postschaffner Duncker nt Bederkesa hat bei der Anter» suchung der von Ihnen zur Sprache gebrachten Angelegenheit zugegeben, sich im großen und ganzen in der von Ihnen angegebenen Weise geäußert zu haben. Duncker will den Viehhändler D. jedoch erst bemerkt haben, nachdem die Aeußerung gefallen war. .<Er bedauert leine Handlungsweise. Wegen des unangemessenen Verhaltens ist chm das Erforderliche eröffnet/ — „Heinrich Kuöors vertrauliche Briefe an Gesinnungsfreunde." Einer dieser von dem bekannten Antisemiten in das Feld gesandten Briefe, die durch Zufall in unsern Besitz gelangten, enthielt einen „Der Reichskanzler und die Judena überschrieb enen Artikel, worin die dem Kanzler vorgeworfene allzugroße Friedensliebe lediglich seiner angeblich jüdischen Abstammung und seinem jüdischen Verkehr zugeschrieben und aus diesen Gründen ihm die Opposition aller Gutgesinnten angedroht wurde. Dieser Artikel, der von Ausfallen gegen die Juden wimmelte, schloß mijl dem Satze: „Aber wir sehen auch hier wieder den Angelpunkt alle« diesetz politischen Fragen: Beseitigung der Iudenpest als Grundlage zu einer Aeuordnung der Dinge auch für Deutschland von Belang." Fm übrigen' enthielten diese Briefe auch andere Aotizen, die klar zum Ausdruck brachten, was man nach Beendigung des sogenannten Burgfriedens von den gewerbsmäßigen Antisemiten zu gewärtigen haben wird. Wir haben in dieser Angelegenheit Eingaben an den Reichskanzler und an das stellvertretende Generalkommando des XIX. (2. Kgl. Sachs.) Armeekorps in Leipzig gerichtet, das uns nachstehenden vom 16, September d. I. datierten Bescheid. zugehen läßt: „Auf die Zuschrift vom 4. d. M. beehrt sich das stellvertretende Generalkommando ergebenst mitzuteilen, daß es die bei Dr, Pudor noch vorhandenen Stücke der „Vertraulichen Briefe^

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