Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Article
- S., Frankfurt a. M.
- Date
- 1915-08-01
- Page
- 191 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2316602-2316851-2316855--25684-2350066- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Vücherschau. 191 Frankfurt a. AL. Besten Dank für die gefl. Aebersendung der Nr. 49 des von H. de Grousilliers redigierten humoristischen Wochenblattes „Die Wahrheit" v)m Dezember 1881. Wir haben das Blatt „acl acta curiosa“ in uns er Archiv gelegt. Ls wäre uns willkommen) wenn -rns aus der Mitte unserer Mitgliedschaft etwa vorhandene ganze Jahrgänge solcher antisemitischer Zeitschriften für unser ^Archiv zur Verfügung gestellt würden. R. £>., Leipzig. Das „Iah r b u ch 1915 d e s D e u t s ch - nationalen H a n d l u n g s g e h i l f e n - V e r b a n d e s “ hält den Burgfrieden in jder Weise, daß es den „Bismarck von 1849“ heraufbeschwört und S. 184 unter der Aeberschrift „Juden“ eine von ihm im Vereinigten Landtag am 15. Juni 1847 gemachte Aeußerung ausgräbt, mit der seine späteren Handlungen im entschiedensten Widerspruch standen. Der herangereifte „Bismarck von 1869“ hat bekanntlich das Gesetz über die G l e i dy berechtigung d e r Bekenntnisse .gegengezeichnet. Das Jahrbuch sollte 1916 das Gesetz ebenfalls abdrucken und seinen jugendlichen Lesern die Tatsache nicht porenthalten, daß der gereifte Bismarck noch 1870^ mit seinem langjährigen Pächter Behrendt in Varzin und seinem Altonaer 'Notar Dauß in amtlichen und geschäftlichen, ungetrübten Vertrauensbeziehungen gestanden, die von Stöcker geschürte Bewegung aber oft und nachdrücklich bekämpft hat. Solche Erinnerungen passen besser in unsere große Zeit als vormärzliche junkerhafte Redewendungen des großen Mannes. L. AL., ALannheim. In der Broschüre „Das Recht zu täuschen“ von E. Richard Kempe, behauptet der Verfasser, der Ursprung des Wortes „täuschen“ sei im jüdischen Dialekt zu suchen. Ls lohnt kaum, auf solchen Unsinn einzugehen und den Herrn zu belehren, daß das Wort aus dem Mittelhochdeutschen „tiuschen“ und „tuschen“ kommt und zuerst wohl von dem Gaukler gesagt wurde. Schriften, die Behauptungen wie die des Herrn Kempe bringen, beweisen nur, wie nachteilig der Antisemitismus in pathologischer Weise wirkt, und täuschen ihre Leser selbst. * Bücherschau. Bibel un6 Heldentum. 5 Kriegsvorlesungen, gehalten in den Akademischen Kursen zu Essen im Wintersemester von Rabbiner vr. ,S. 'S a m u e l. Verlag Louis Lamm, Berlin C 2. 1915. Preis .drosch. 1 Mark, gebunden 1.50 Mark. Der Verfasser schildert wie ein Volk voll Mut und Kraft der Bibel entsteigt und in herrlichen Sprüchen sich spiegelt. Er zeigt, daß die Geschichte als eine Deuterin, Künderin und Warnerin sich erweise, unb er lehrt, daß der biblische Gott kein Kriegsgott, sondern ein Gott über den Krieg gewesen, und seine priesterlichen Gesetze Milde und Menschlichkeit atmen. Der Verfasser verbreitet sich weiter über die Wirkung der Psalmen, über das Neue Testament und streitbare Apostel, über den Bibelgeist und den deutschen Heldensinn im Laufe der Jahrhunderte. Am Schluß drückt er die Aeberzeugung aus, daß, wenn auch nicht alte Gott in gleicher Weise anrufen, er das Volk als Ganzes nicht zuschanden lassen werde. Gottesdienstliche Vorträge aus dem lkriegsjabr 1915. Bon Dr. Salomon Stein, Distriktsrabbiuer in Schweinfurt. Verlag von I. KaufstmanU) Frankfurt a. M. 1915. -