Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Article
- Der Altmeister der Pogrom-Literatur
- Date
- 1915-08-01
- Page
- 188 (sequence 2)
- Language
- German
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183 Im deutschen Reich. Christenblut gebrauchen, er habe daher keine Veranlassung mehr, sein Werk zu veröffentlichen, nur befinde er sich jetzt in großer Rotlage . . . Das Buch könne ihm mindestens 50 000 Rubel einbringen, und er hoffe, daß die Moskauer reichen Juden ihm mit dieser Bagatelle durchhelfen würden, widrigenfalls wäre er durch seine verzweifelte Lage gezwungen, einen Verleger zu suchen. Er bekam einige hundert Rubel und stellte sich zufrieden. Kurz darauf wiederholte er sein Manöver, da ließ man ihn laufen. Er lief direkt zum Verleger, sein Buch fand reißenden Absatz. Es folgte darauf die zweite Auflage mit dem Porträt des Autors, der sich im israelitischen Vetgewand (mit Taltis und Tefilin) darstellen ließ. Das Buch stellte sich als plumpe Fälschung heraus; ungeachtet dessen wurde es von sden 'Polizeibehörden „zu Informationszwecken" bestens empfohlen . . Trotzdem verschwand Lutostansky anfangs der achtziger Jahre, wahrscheinlich nicht ganz freiwillig, und führte in den nordwestlichen Gouvernements eine ziemlich elende Existenz. Kurze Zeit war er Lehrer der litauischen Sprache am Gymnasium zu Suwalki. Aach dem Kischenewer Pogrom (April 1903) tauchte er wieder auf — im Gefolge Kruschewans, des Hauptorganisators dieses Pogroms. Ende 1905, als ein Ende des Pogromregimes heranzunahen schien, suchte er Fühlung mit Juden und wollte für gutes Geld öffentlich seine Behauptungen über Ritualverbrechen der Juden widerlegen und feine diesbezüglichen „Geheimdokumente" als „Irrtum" erklären. Man schenkte ihm keine Beachtung. Zur Zeit des Beilis-Prozesses (Ende 1913) schrieb er mehrere Artikel für die Blättert er Schwarzen Hundert. Das war sein letztes Lebenszeichen." — €in %ube unter ben Helden der Gnröen.Dern „Israelitischen Familienblatt" wurde s. Z. von den Angehörigen eines jüdischen Matrosen aus Lauenau a. D. nachstehendes, aus Malta vorn 1. März 1915 datiertes Beileidsschreiben zur Veröffentlichung überlassen: In dem Gefecht bei der Cocos-Fnsel, wo die Tätigkeit der „Emden" ihr Ende fand, starb auch den Heldentod fürs Vaterland der Matrose Levi. Ich bin vom Kommandanten deß Schiffes, Herrn Fregattenkapitän von Müller, beauftragt, Ihnen zu dem schweren Verluste, der Sie an Diesem Tage betroffen hat, sein herzlichstes und wärmstes Beileid auszusprechen. Auch im Aamen der übrigen Offiziere, Deckoffiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der „Emden" und ebenfalls für mich persönlich versichere ich Sie unserer aufrichtigsten Teilnahme. Wir alle bedauern mit Ihnen den so frühzeitigen Tod des tapferen Heimgegangenen, dessen junges Leben zu den schönster^ Hoffnungen berechtigte und der durch seinen großen Diensteifer und sein kameradschaftliches Wesen bei Vorgesetzten und Kameraden gleich beliebt war. Im Endgefecht der „Emden" hat er auf seiner Gefechtsstation als Geschützmatrose sein Bestes getan und tapfer ausgehalten, bis i h m e i n e englische Granate einen kurzen und schmerzlosen Tod bereitete. Im Herzen der Aeberlebenden von SMS. „Emden" wird das Andenken an den tapferen und beliebten Kameraden alle Zeit unvergessen bleiben. gez. Prinz von Hohenzollern, Leutnarrt zur See."