Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Article
- Die Wahrheit in der Reichsduma
- Date
- 1915-08-01
- Page
- 187 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes. 187 fordern, daß die volle Wahrheit dem Volke, das auf seinen Schultern die Lasten der Reichswehr trägt, bekannt gegeben wird." — Die Gerichtsverhandlung in Lomschcr. Wohin das russische System führt, die Mederlagen auf eine Massensp io na ge der jüdischer: Bevölkerung des westlichen Bezirks zurückzuführen, davon lieferte eine Verhandlung des Militärgerichtshofes ein interessantes Beispiel. lieber diese Verhandlung wurde der „Frankfurter Atg." am 30. Juli ein Bericht erstattet, dem wir folgendes entnehmen: 'Auf der Anklagebank saßen drei Militärbeamte eines Rekognoszierungs-Detachements: Lzupranyk, Do» roschenko und Mitzkewitsch. Der Prozeß ergab folgende Tatsachen. Die Angeklagten „entdeckten" in der Kinematographenhalle eines Juden namens Lisenbiegel in Lomscha einen Telegraphenapparat, den, wie die Untersuchung ergeben hat, Czupranyk selbst heimlichin das Lokal des Juden gebracht hatte, um von ihm für seine Freilassung 5000 Rubel zu erpressen. Der Vorsitzende verfügte die sofortige Freilassung Eisenbiegels, der als Zeuge aus der Haft vorgeführt war. Von den angeklagten Militärbeamten wurden zwei zu 6 Jahren Korrektionshaus verurteilt, der dritte, der dem Gericht offenherzig über eine große Anzahl ähnlicher Fälle berichtete, wurde freigesprochen. Das Gerichtsprotokoll enthält u. a. die Feststellung daß auf Beschuldigungen Czupranyks in gleichartigen Fällen 17 Juden bereits gehängt worden sind. Der Vorsitzende des Militärgerichts sah sich veranlaßt, über diese Angelegenheit dem Oberkommandierenden der Truppen des nordwestlichen Gebiets, dem General Alexejew, einen besonderen Bericht zu erstatten und dringend darauf hinzuweisen, daß die gesamte Tätigkeit des genannten Detachements genau untersucht werden müßte. Alexejew soll diesem Vorschlag zugestimmt haben. Es ist in hohem Grade bezeichnend, daß es der russischen Regierung bisher no^ch nicht gelungen ist, auch nur einen Fall jüdischen Hochverrats festzustellen. Obgleich auch in einer Verhandlung des Warschauer Militärgerichtshofes sämtliche der Spionage angeklagte Juden auf Antrag des Staatsanwalts sofort auf freien Fuß gesetzt wurden, dauern die Verfolgungen fort. — Der Altmeister der Kogrom-Literatur. Kürzlich verschied in Petersburg im 81. Lebensjahre der Schriftsteller Hippolyt. Lutostanski, der Verfasser der >von den Dunkelmännern in Rußland verwerteten Bücher „Der Talmud und die Juden", „lieber den Gebrauch von Christenblut durch Iuden-Talmudisten" und ähnlicher Schriften, die vor etwa 40 Jahren Aufsehen erregten. Lutostanski, der sich fälschlich als früherer Rabbiner ausgab, war schon in der Jugend zum Katholizismus übergetreten und hatte ein katholisches Priesterseminar besucht. Im Jahre 1867 enthob man ihn des geistlichen Amtes und erklärte ihn nachgewiesenermaßen wegen verbrecherischer Handlungen des geistlichen Standes verlustig. Nachdem er auch als Protestant in schwere Konflikte geraten war, trat er zur russischen Orthodoxie über. lieber seine literarische' Laufbahn berichtete die „Frankfurter Ztg." folgendes: „Er brachte eines Tages einem reichen Moskauer Juden ein Manuskript mit dem Titel: „Gebrauchen die Juden Christenblut? lbr künden, unveröffentlichte Geheimdokumente u. dergl. „und erzählte dem erstaunten Manne, er sei, nachdem er sein Werk fertiggeschrieben habe, zur Aeberzeuguug gelangt, daß die Juden kein