Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Article
- Konfessionelle Erholungsorte und Pensionen [Nachricht]
- Date
- 1915-08-01
- Page
- 186 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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LS6 Im deutschen Reich. nehmen diese sogenannten Damen die Unverfrorenheit, die Bänke nur für sich zu beanspruchen! Oder wäre es diesen „Damen" vielleicht lieber, wenn die Bänke heilte statt von unfern Feldgrauen etwa von den Russen oder Engländern besetzt wären? Lin Pfui über solche Gesinnungslosigkeit! . . . An den Pranger mit solchen Leuten! Die Rainen sollten öffentlich gebrandmarkt werden." — Das Vorkommnis erinnert an ein ähnliches in Bad Neuenahr. -- Vor einiger Zeit hatte die Köln. Ztg. berichtet, fünf Kurgäste hätten von der Verwaltung von Bad Neuenahr verlangt, den Verwundeten den Eintritt in den Kurgarten im Lazarettanzuge zu versagen. Der „Reichsbote" bezeichnete die betreifenden Kurgäste sofort als Juden; worauf die Kurverwaltung öffentlich erklärte, es seien sämtlich evangelische Herren, die als Patrioten «bekannt seien und von denen einige im Feldzuge 1870/71 das Eiserne Kreuz erhalten hätten. Darauf erwiderte der „Reichsbote", die Religionsangabe von einem bayerischen Sradtpfarrer erhalten zu haben, der sich auf das Zeugnis eines der Verwundeten berufen habe. Aebrigens kann man bei uns „evangelisch" und nichtsdestoweniger israelitischer Herkunft sein" — wie unsers Wissens ein früherer Herausgeber des „Reichsboten". — Anstand. Eine der Berliner Großkonfektion ungehörige Vlusenfabrik war wegen einer Lieferung und einer Berechnung mit der Firma Otto Madlener in München (Kaufhaus am Wendlinger Tor) in Zwist geraten. Dabei hat sich der Inhaber der Firma 'Madlener in einem Briefe die Bemerkung erlaubt: „Sie gehören eben zu jener Sorte von polnisch oder galizisch eingewanderten Juden, die niemals einen Sinn und Willen für deutschen Anstand haben." Vermischtes. — Die Wahrheit in der Aerchsdunra. Bei den Beratungen der russischen Reichsduma hat gleich in den ersten Tagen der Kadettenführer Miljukow erklärt: „Die Regierung hat in allen Bevölkerungsschichten und den weitentlegensten Teilen Rußlands Gerüchte verbleitet, daß bei uns Verrat herrsche; die HaupLschuldigen waren wieder die unglücklichen Jude n oder solche Russen, die einen dent sch klingenden Namen tragen. Das Fiel der Regierung dabei ist klar, es mußte doch immer ein S ü n b c u bock f ü r 'die schlechte Organisation und die Niederlagen gefunden werden". Noch schärfer äußerte sich der Vertreter der ArbeiLergruppe, Korans ki. Nach einem Bericht der „Frankfurter Zeitung" dom 10. August hat er gesagt, „Was haben wir in diesem Jahre opfervollen Krieges erreicht? Lediglich daß wir überall g e h ä n g t e Juden sehen! Man erklärte u n s ch uldige Juden und B ü r g e r als V e r r ä, r e t und dichtete ihnen nie begangene verräterische Handlungen an. Man scheute sich nicht, dabei Protokolle zu fälschen. Das russische Volk kennt aber die Wahrheit unch weiß, wo die wirklichen Verbrecher zu finden sind. Ich selbst bin nach Kuzy gefahren, um den den Juden dort vom Generalstab zugeschriebenen Verrat zu untersuchen. Von dieser Tribüne erkläre ich vor aller Welt feierlichst, daß vlles, was von den Militärbehörden über dieses Dörfchen gesagt und geschrieben worden ist, eine verbrecherische Lüge, und daß das auf den angeblich dort begangenen Verrat der dort gar nicht vorhandenen Juden bezügliche Protokoll eine glatte Fälschung ist! Wollen wir uns aus der gefährlichen Krisis befreien, dann müssen wir vor allem