Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Article
- Rückführung in Russland vorgefundener Synagogen-Einrichtungen
- Date
- 1915-08-01
- Page
- 183 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 183 ergab sich, daß 9 Thorarollen, 2 Schofarhörner. 2 Behäng?e für bis heilige Lade und Mantel für sämtliche Thorarollen beim Rückzug der Russen aus Deutschland in dem Suwalkier Beth-hamidrasch abgegeben worden sind, und zwar soll ein russischer jüdischer Soldat von seinem Vorgesetzten Offizier die Erlaubnis erwirkt habendiese Gegenstände vor der Zerstörungswut der russischen Soldaten zu retten. Rachdem dieser Tatbestand festgelegt war und die Gegenstände an einen gemeinsamen. Ort zusammengebracht waren, überantwortete die EtaPpenkommandanLur sie Mir zwecks Rückführung nach der Heimatgemeiude Marggrabowa. Das Armee-Oberkommando stellte mir auf meine Bitte einen Kraftwagen zu diesem Zweck zur Verfügung. Am Sonntag den 11. Juli nachmittags 4V2 Ahr erfolgte die mit der Rückführung verbundene Wiederweihe der Synagoge in Marggrabowa. Ich hatte des Armee-Oberkommando, die Ortskommandantur Marggrabowa, das Bürgermeisteramt und den ostpreußischen Synagogenverband zur Feier eingeladen; sie alle haben ihre Vertreter zur Feier entsandt. Nachdem die übrigen Gegenstände auf dem VorbeterpulL niedergelegt waren, zogen wir mit den 9 Thorarollen, die teilweise von Gemeindemitgliedern, teilweise von in Marggrabowa liegenden jüdischen Soldaten getragen wurden, vom Vorraum in die Synagoge. Der Kantor der Gemeinde, Herr Fungmann, sang den Psalm „Zeu scheorim", wonach ich eine kurze Predigt hielt. An diese schloß sich das Gebet für Kaiser und Reich und das tapfere Heer als erstes Gebet in der wiederbezogenen Synagoge. Während ' die Thorarollen in die heilige Lade eingestellt wurden, trug der Kantor das Gebet beim Einbringen der Thora vor. Dann sprach der Vertreter des ostpreußischen Synagogenverbandes, Herr Rabbiner Br. Vögelst e in§ Königsberg, ein eindrucksvolles Weihegebet, womit die Feier beendet war, die hoffentlich dazu beigetragen hat, zur Wiederaufnahme der Tätigkeit der Gemeinde Marggrabowa anzuspornen, deren Mitglieder noch nicht vollzählig zurückgekehrt sind." — Der Verband öer Deutschen Juden versendet zum Rausch» Ha-Schona-Fest wie zum Passah- und Schowuausfest ein Hest als „Gruß der Feldrabbiner an die Kameraden im deutschen Heere^ ins Feld. Das Hest enthält Aufsätze fast aller Feldrabbiner und einige Gedichte. Die Schrist Wird gewiß allenthalben von den jüdischen Soldaten draußen mit Freude begrüßt werden, wie Pas nach zahlreichen Briefen ans dem Felde bei den vorangegangenen. Heften der Fall gewesen ist. Gemeinden und anderen Körperschaften sowie allen, die an Angehörige im Heer Exemplare versenden wollen, stehen solche auf Wunsch im Büro des Verbandet der Deutschen Juden, Berlin W 35, Steglitzer Str. 9, zur Verfügung. —- Jüdischer Lesestoff für Verwundete und Gefangene. Auf Wunsch des Verbandes der deutschen Juden verweisen wir darauf, daß die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Oranienburgerstr. 29, eine Zentrale zur Versorgung von Lazaretten und Gefangenenlagern mit jüdischem Lesestoff eingerichtet hat und weitere Sendungen gern entgegennimmt. — Vei der vierten vaterländischen Leier, die in Nürnberg im Juni d. I. von dem dortigen Ausschuß der nationalliberalen Partei in Bayern veranstaltet wurde, hat, nach einem! Bericht der „Wacht" (Wochenschrift für nationalliberale Politik), nach einer Ansprache des Gemeindebevollmächtigten Hans Schmidt Herr