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Im deutschen Reich · 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · p. 182

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 8-9 (August 1915)
Article
Opfer des Krieges
Date
1915-08-01
Page
182 (sequence 1)
Language
German
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182 Km deutschen Reich. Korrespondenzen. — Opfer des Krieges* Zu den hervorragendsten jüdischen Opfern des Krieges wird allezeit der Seminarlehrer Gottfried Sender gerechnet werden, der bei dem Ausbruch des Krieges als Gefreiter in das Heer eintrat, aber bald bei den Kämpfen um Antwerpen sPh so auszeichnete, daß er befördert wurde und das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielt. Er hat in den schweren Kämpfen bei Dixmniden und an der Pser sich glänzend bewährt, was durch die Verleihung des Eisernen Kreuzes erster Klasse und Beförderung zum Offizier volle Anerkennung fand. Wie auf dem westlichen Kriegsschauplatz bewahrte sich Sender später auch bei den Kämpfen im nördlichen Polen und zuletzt an der Windau durch eine tadellose Führung seiner Kompagnie und heldenmütige Rnerschrockenheit und fand am 15. Juni mitten im Vorgehen gegen den Feind ein ruhmvolles Ende durch einen Kopfschuß. Einem Briefe, den die in Berlin wohnenden Eltern des Leutnant Schnitze (vom Reserve- Fnfanterie-Regiment 21) erhalten haben, entnehmen wir über dieses Ende folgendes: „Wir bekamen wieder Befehl zum Vorgehen, gehen bis auf die Höhe bar uns, bekommen dort Feuer, besorchers v«on der Flanke, und graben uns ein. Leutnant Sender, der wieder die Kompagnie führt, will den rechten Flügel Vorgehen lassen. Der will nicht recht, da er im heftigen Feuer liegt. Leutnant Sender geht selbst hin, legt sich ohne jede Deckung dort hin, bekommt Kopfschuß und ist sofort tot. Sehr tüchtiger Sioldatz beliebt bei allen Mannschaften und Offizieren." Wir betrauern den tapferen Soldaten, den bewährten Glaubensgenossen und tüchtigen Lehrer! — Durch eine feindliche Mine fiel auf dem westlichen Kriegsschauplatz im Juli d. F. der Leutnant cand. inr. Ado lf Ca r o, der 21 Jahre alte Sohn des Prof. Dr. Caro in Frankfurt am Main. Er wurde an demselben Abend auf dem Friedhofs nahe der Front beerdigt. Am Grabe sprach Prediger Hermann Hirsch aus Coburg in Vertretung des auf einer Dienstreise befindlichen Feldpredigers der 5. Armee, Dr. Salzberger. Ein Offizier der Kompagnie Caros, Müller, legte sodann im Rarnen der Kompagnie einen Kranz mit den Worten nieder: ^.Er war der Tüchtigsten einer, ein -Offizier, wie ihn die heutige Zeit gebraucht." Durch Regimentsbefehl wurde bekannt, daß der am Abend dienstlich verhinderte Regiments-Kommandeur am folgenden Tage den Kranz des Regiments am!Grabe niederlegen würde. — Rückführung in Rußland Vorgefundener S^nagogen-Linrichtungen. Einem Bericht des Herrn Feldrabbiners Dr. Sa ly Levi vom 11. Juli entnehmen wir folgendes: „Nachdem ich in Erfahrung gebracht hatte, daß in Suwalki eine Anzahl Synagogen-Sinrichtirngsgegenstände aus Deutschland sich befinde, habe ich in einer Eingabe an das Armee-Oberkommando 10 die Erlaubnis nachgesucht, diese Gegenstände nach Deutschland zurückzubringen, um sie der Gemeinde Mar gg ratz owa wieder zuzustellen, aus der sie nachweislich stammen. Das Armee-Oberkommando übergab die Angelegenheit zur Weiterbehandlung der Etappen-Konrmandantur Suwalki, die mich, bat, den Tatbestand gemeinsam mit der Feldgendarmerie aufzunehmen. Da

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