Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Article
- Die Zentralstelle für Auslandsdienst
- Date
- 1915-08-01
- Page
- 178 (sequence 2)
- Language
- German
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178 Im deutschen Reich. den westlichen Ländern, besonders in Amerika, und verweist warnend auf die Folgen, die ein Triumph Rußlands für die Juden in der ganzen Welt haben würde. Er schildert, z. T. aus eigener Erfahrung, wie es seit Ausbruch, des Krieges den Juden in Rußland d ergeht, die Metzeleien in Russisch-Polen und wie die Russen in Galizien und der Bukowina gehaust haben. Er widerlegt die gegen die deutschen Soldaten und gegen den deutschen „Militarismus^ gerichteten Verleunrd ungen. Er beleuchtet die Gründe und die Ziele der Angriffe der Entente-Mächte, die schließlich für Rußlands Vorherrschaft kämpfen, die auch für Amerika traurige Folgen haben würde. Er kennzeichnet die zunehmende Verrohung der französischen und englischen Presse, den Bankrott des Intellektualismus, erklärt den Haßgesang gegen England als jeder jüdischen Empfindung und Weltanschauung fremdunb bezeichnet es geradezu als einen Beruf der Juden des neutralen Auslandes, unter den Völkern Frieden und Harmonie zu stiften. Solche Gesinnungen verbreiten zu helfen, ist eine Ehrenpflicht! Wir bittest daher unsere Vereinsmitglieder, die irgendwelche Möglichkeit haben, das Buck an befreundete Juden im neutralen Ausland zu versenden, ihre Bereitwilligkeit den zuständigen Ortsgruppen Mitteilen zu wollen. Von dort aus wird auch jede Auskunft über den Preis des Buches und die Art und Weise der Versendung bereitwilligst erteilt werden- — Einer Anregung öes Aerchsbank-Direktoriunr folgend, hat der Vorstand des Eentralvereins am 1. März d. I. die Ortsgruppen und Vertrauensmänner des Vereins mit erfreu» lichem Erfolg ersucht, darauf hinzuwirken, mö glichst viel Gold in die Reichsbank fließen zu lassen. Wiederholt ist aber der Wunsch, geäußert worden, die zur Zeit noch aus Pietät oder Liebhaberei zurückgehaltenen Goldmünzen seltener Prägung (namentlich aus dem Jahre 1888) nutzbar zu machen, ohne die (Empfindungen der Eigentümer zu verletzen. Aach längerem Briefwechsel mit dem Reichsbankdirektorinm beschloß dieses, solche Goldmünzen durch die Reichsbankstellen unter der Verpflichtung anzunehmen, den Einlieferern gleichartige Stücke im Amtausch gegen Papiergeld innerhalb 12 Monaten nach Friedensschluß zurückzugeben. Danach können die seltenen Münzen für das Gemeinwohl auf Monate hingegeben werden, ohne dauernd in Verlust zu geraten, wenn auch das Reichsbaukdirektorium sich nicht zur Wieoeraushändigung derselben Stücke, sondern nur zur Rückgabe gleichartiger Stücke verpflichten kann. Die Ortsgruppen und Vertrauensmänner des Eentralvereins werden unter Bezugnahme auf das Rundschreiben vom 1. Marz d. I. gebeten, die Entschließung des ReichsbanMrektoriums im Kreise unserer Vereinsmitglieder bekannt zu machen und für die Ablieferung der noch zurückgehaltenen Goldmünzen zu sorgen. — Lehrkräfte-Vertretung in Her ArressZeit. Eine von dem Centralverein an den Herrn Ant ervichtsm inist er gerichtete Bitte, während der Kriegszeit auch jüdische Lehrer und Lehrerinnen zur Vertretung im Felde stehender Lehrer zuzulassen, 'wurde unter der Voraussetzung genehmigt, daß die Schulaufsichtsbehörden damit einverstanden sind. Die „Deutsch-völkischen Blätter" in Hamburg begnügten sich damit, die Hoffnung auszudrücken, daß die Schulaufsichtsbehörden mit einer solchen Vertretung nicht einverstanden sein würden. Das Organ des Antisemiten Th. Fritsch, „Hammer", hielt es aber mit dem „Burgfrieden" vereinbar, den Behörden gegenüber den Mentor zu spielen und höhnend dem Gericht über die ministerielle Genehmigung die Worte hinzu-