Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1915)
- Article
- Vorurteilsfreie Anerkennung im Felde
- Date
- 1915-05-01
- Page
- 136 (sequence 2)
- Language
- German
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136 Im deutschen Reich. pagnie hatte sich bei einem Gefecht derart ausgezeichnet, daß sie vom General selbst belobt wurde. Dieser übergab dem Offizier sein eigenes Eisernes Kreuz und beauftragte ihn, drei Leute der Mannschaft für dieselbe Auszeichnung vorzuschlagen. Der Offizier gab die Wahl den Mannschaften selbst anheim, und sie bestimmten dann auch bald die drei Kameraden; es waren ein Christ und z w e i I u d e n!“ m — Sine Stimme aus Bulgarien. Aus S o f i a wurde uns eine Mummer der „Bulgarischen Handelszeitung" übersandt, in der ein -,A s q u i t h , der K rie g u n d & i e 'I u den" überschriebe ne t Leitartikel manches enthält, was für uns bemerkenswert ist. Der Verfasser geht davon aus, daß gleichviel ob der englische Minister den Juden die Hilfe der englischen Regierung, die Verwirklichung des zionistischen Staatsideals tatsächlich in Aussicht gestellt habe oder nicht, sich an seine Aeußerungen interessante Gedanken anknüpfen. Der Verfasser meint, daß die englische Regierung lieber ihre Sympathien für die Juden in einer Weise bekunden möchte, die das -Glend, in dem fünf Millionen russische Juden schmachten, lindern könnte. Jetzt suche sie durch Vorschläge berechnender Krämerseelen mit allen Mitteln Gläubige zu fangen. Wenn auch in gewissem Sinne das Judentum als ein internationaler Faktor gilt, sind Bet beit Juden wie in den meisten andern Lagern alle weltbürgerlichem Gedanken verschwunden, wie weggefegt. Jeder einzelne hat begriffen, daß das Vaterland über alles geht. Der deutsche Jude ist vor allem. und in erster Reihe ein Deutscher; deutsch ist seine Kultur, seine -Sprache, seine Erziehung, sein Herz und sein Verstand. Aut. Schlüsse ieiner Ausführungen sagt der Verfasser des Leitartikels wörtlich: „Der Cent r a l verein d e u t s ch e r Staatsbürger jüdischen Glaubens hat zu Beginn des Krieges einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: „Glaubensgenossen! Anser geliebtes Vaterland ruft euch zu den Waffen. Gs ist selbstverständlich, daß jeder deutsche Jude seine Pflicht tun wird, aber ihr müßt mehr als das tun! Stellt euch freiwillig, bringet Opfer an Gut und Blut, zeiget euch würdig unseres Vaterlandes/' — Mag es die englische Regierung wissen, mögen es alle diejenigen wissen, die versuchen, Zwietracht zu säen, die Unterschiede konstruieren wollen, die auf angebliche Meinungsverschiedenheiten s p e k it l i er e n, daß der Beut f ch e Jude in dieser Stunde nur 'ein einziges Ziel kennt nnd das ist: die Ehre und die Größe Deutschlan b s." — Das Blut im Glauben und Aberglauben der LAenschen. Wiederholt haben sich früher antisemitische Blätter bei Behandlung dieses Themas auf wissenschaftliche Erörterungen des Gerichtsassessors Dr. Hellwig bezogen und in der ihnen eigentümlichen Weise versucht, auf Grund einzelner leicht mißzuverstehender Aeußerungen ihn zu ihrem Gideshelfer zu machen. Offenbar haben diese Versuche den ernsthaften Forscher veranlaßt, seinen Standpunkt dahin zu präzisieren, daß seine Ausführungen keine Handhabe für Parteizwecke bieten können. Wenn auch das, was vr. Albert Hellwig als das Ergebnis seiner Erforschung des Tatsachen-