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Im deutschen Reich · 1915-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1915) · p. 133

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1915)
Article
Königliches Konsistorium der Provinz Westfalen zu Münster [Nachricht]
Date
1915-05-01
Page
133 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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V er einsnachricht en. 133 habe er geantwortet, das bezöge sich nur auf diejenigen, die im Felde stehen. Daß die jüdische Gemeinde Wanne-Eickel, bei Beginn des Krieges sofort ihr ganzes Vermögen dem Roten Kreuz, znr Verfügung gestellt und auch sonst bewiesen habe, daß sie bei guten Zwecken nie frage, ob es sich um Juden oder Christen handle, wurde nur erwähnt, um ihre Erregung über die Aeuß erringen des Herrn Pastors zu erklären. Ruf diese Eingabe erhielt der Centralverein folgenden, vom 17. April d. I. datierten Bescheid: „Die nicht unter Beweis gestellte Behauptung, Herr Pastor! Beckmann habe wörtlich gesagt: „Kauft ja nicht bei Juden, Sorgt dafür, daß Eure Anzüge jetzt schon gemacht werden, damit Ihr nicht am letzten Tage das Geld zum Juden bringen müßt", würden wir in dieser Form a l s u n g e h ö r i g mißbillige n. Herr Pfarrer Beckmann bestreitet indes, sich in dieser Form geäußert zn haben. Es sei ihm der Sache nach darauf angeffonimen,. für Beschäftigung der — in dieser Zeit besonders be-- krmtgteu — Handwerksmeister seiner Gemeinde einzutreten. Infolgedessen habe es ihm daran gelegen, daß die /Eltern seiner Konfirmanden bei diesen ihre Anzüge machen ließen und sie nicht in Konfektions-Warenhäusern fertig kauften. In diesem Zusammenhänge habe er von jüdischen Warenhäusern oder jüdischen. Geschäften gesprochen. Das Eintreten für die Handwerksmeister seiner Gemeinde seitens des Pfarrers liegt durchaus im! Rahmen dessen, wozu er berechtigt Ist. Dagegen halten wir die Formulierung des Gegensatzes als „jüdische Warenhäuser" oder „jüdische Geschäfte" für beda uer li ch , w eil h ierdur ch d'>er Anschein erweckt w i r d>, als spiele die Religio it i u d e r abweisenden Stellung eine Rolle." gez.: v. Sydow. — Die Sxionage-Beschulöigug. Wir erwähnten im vorigerL Heft dieser Zeitschrift unter den unbegründeten Spionage-Verdächtigungen „daß ein Herr Rübinstein in Darkehmen, der in dieser Weise verdächtigt und deshalb längere Zeit verhaftet wurde, offenbar als unschuldig befunden worden ist, da er jetzt im preußischen Heer dient." Wie wir nachträglich aus zweifelsfreier Quelle erfahren, ist Herr Rubinstein gar nicht in Haft genommen worden. Er hatte als AuLobesitzer sofort nach dem Kriegsausbruch sein Auto den Offizieren der Darkehmer Garnison zur Verfügung gestellt. Dadurch, daß er damals noch in Zivil mit Offizieren im Auto fuhr, entstanden Gerüchte von seiner Verhaftung als Spion, denen der Landrat des Kt eis es aber sofort entgegen getreten, ist. Herr Rubinstein befindet sich jetzt als Sanitäts-Unteroffizier bei der deutschen Südarmee in den Karpathen. * — Heereslieferungen. In der vorigen Aurnrner unserer Zeitschrift, S. 88, war ans eine im „Berliner Tageblatt" veröffentlichte „Heereslieferungen" überschriebe ne Anzeige hingewiesen und dazu bemerkt worden: „Dieses Inserat veranlaßte die „Pfälzische Post"- zu einer u. a. von der Hamburger Zeitung'(Amtsblatt) abgedruckten längeren antisemitischen Rotiz." Dies veranlaßte den Verlag der

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