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Im deutschen Reich · 1915-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1915) · p. 128

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1915)
Article
Unverbesserlich
Date
1915-05-01
Page
128 (sequence 2)
Language
German
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128 Im deutschen Reich. heit hattenint Osten das Judentum kennen zu kernen, beweisen durch ihre Mitteilungen das Gegenteil von den Auffassungen des Grafen Bernstorff. Die Juden haben es selber in der Hand, die Abneigung gegen sich herabzumindern. Sie sollten dann aber ihr Hauptaugenmerk nicht auf ihre Forderungen, sondern auf ihre eigene Besserung richten. Mehr wollen wir darüber zurzeit nicht sagen, obgleich gerade der Krieg uns unzählige Beweise geboten hat." —. Die zunächst in unseren Archiven verwahrten Gegenbeweise werde diese Zahl weit übersteigen, aber kaum viel gegen die helfen, die von „eigener Besserung" nichts wissen wollen. — Die Erörterung öer Arr^gsz'e^e. Gin in mehreren Zeitungen veröffentlichter Brief des Generaldirektors Ballin in Hamburg, in dem dieser die verfrühten Erörterungen über die Friedensbedingungen mit ben schädlichen und aussichtslosen vorzeitigen Abschätzungen von Dividenden eines Aktien-Anternehmens verglich, hat den offenbar stoffarmen „Alldeutschen Blättern" den kärglichen Stoff für ihre undeutschen Bestrebungen geliefert. Sie erklären, daß Herr Ballin durch seine Auffassung in Sachen der Erörterung der Kriegsziele gezeigt habe, daß auf der einen Seite Männer stehen, die in der rechtzeitigen Erforschung der Kriegsziele eine heilige Pflicht erblicken, auf der anderen solche, denen der Ausgang des gewaltigen Kampfes, der für sie nur ein Geschäft ist, nur eine Dioidendenfrage 'sei. Zwischen diesen im seelischen Ausbau der Vertreter der beiden Anschauungen begründeten Verschiedenheiten sei ein Ausgleich unmöglich; deshalb schließt die gute Seele der Alldeutschen Blätter mit der Frage: „Wie wollt ihr wählen, ihr — Deutschen?" — Den Krieg „nur als Geschäft", „nur als Dioidendenfrage" anzusehen, ist der durch Grehs Mund offen verkündete Standpunkt der ,,germanischen Vettern." Das weiß auch der Artikelschreiber der Alldeutschen Blätter, der mit seiner Deutung der Ballinschen Worte nur beweist, daß seine „deutsche" Treue der Wahrheitsliebe der englischen Vettern ebenbürtig, gleich dieser von Haß verblendet ist. — In der Zeit des Burgfriedens hat das F o h a n n e s e r K u rhaus in Glausthal Prospekte mit der Bemerkung „Israeliten f i n d e n keine A u f n ahm e" versandt. Gine ch r istliche Dame, der das Kurhaus von ihrem Arzte empfohlen war, schrieb nach dem 'Empfang des Prospekts an die Verwaltung,.daß fte es mit ihren Ansichten nicht vereinbaren könne, dort Erholung zu suchen. Sie sei selbst gute Christin, könne aber nicht antisemitische Bestrebungen unterstützen, die sich nicht mit der großen Menschenliebe vertragen, woauf die Religionr basiert. Der Jude stelle seine vorzüglichen Krankenhäuser, Erholungsheime usw. allen Konfessionen zur Verfügung, jüdische AerzLe lassen ihre Kunst jedem angedeihen, der sie suche; wer in ihren Anstalten gelegen habe, dem werde es zum Bewußtsein gekorumen sein, daß Juden auch — und nicht die schlechtesten — Menschen sind. Anseres Wissens hat die christliche Dameauf diesen Brief keine Antwort erhalten. — würdelos. In. einem von der „Kreuzzeitnng" abgedruckten Artikel wird von dem „liberalen Inden" behauptet: . „Hemmungslos stürzt er sich irr die Gebiete, durch die die öffentliche Meinung beeinflußt werden kann, die Anrast der Seele treibt ihn altenr^Aeuen zu, es gibt keinen „Ismus", dem er nicht Herold wäre, hilft er überall zerstören, iu der Hoffnung ein

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