Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1915)
- Article
- Reichsgerichtsentscheidung
- Date
- 1915-05-01
- Page
- 126 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316851-2316854--25459-2349854- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
126 Im deutschen Reich. Verlauf eures Gesprächs mit eineru Juden: „Ihr Juden seid! alle feige, ihr drückt Luch dom Militärdienst; der Rechtsanwalt C. ist auch schon wieder hier; der simuliert, ich kann es ihm beweisen." Wenige Lage später sagte Pohl in einem Gasthause, E. sei gar nicht krank, sondern sei feige und simuliere, um nicht hinaus an die Front zu müssen. Da jedoch erwiesenermaßen der Rechtsanwalt nur wegen seines Herzfehlers als dienstuntauglich entlassen war, hatte Pohl ihm in zwei Fällen zu unrecht Feigheit nachgesagt und ihn doppelt beleidigt. Gegen seine Verurteilung in Gnesen hatte Pohl Revision -eingelegt und dabei betont, daß gar nicht berücksichtigt worden sei, daß er seine Behauptung nicht wider besseres Wissen, sondern saus Aeberzeugung undweder im Bewußtsein noch in der Mb sicht zu beleidigten, geäußert habe. Das Reichsgericht hat aber am 8. April d. I. entschieden, daß das Gnesener Arteil keinen Irrtum enthalte und deshalb auf Zurückweisung des Rechtsmittels erkannt. — Der Kvieg und hex LL.-L. Von 905 Mitgliedern der im Kartell-Convent vereinigten j ü d i s ch e n st u d e n t i s ch cn Korporationen stehen 722 unter den Waffen. Mit dem Eisernen Kreuz wurden 100 ausgezeichnet, 11 erhielten andere Auszeichnungen, 11 wurden zu preußischen, 2 zu bayerischen Offizieren befördert. Soweit bisher festgestellt ist, erlitten 25 Verbandsmitglieder für das Vaterland lden Heldentod. — Der Aönrg von Württemberg im Lazarett. Am 30. Marz dieses Jahres hat der König von Württemberg das Reserve-Lazarett „I ü b i s ch es S ch w e st e r n h e i m" in Stuttgart, Dillmannstraße, mit seinem Besuche beehrt. Anter Führung von Oberarzt Dr. Hommel, Dr. Levi unb' der leitenden Schwester betrat der König die Krankenzimmer, unterhielt sich auf das herzlichste mit den Verwundeten, erkundigte sich genau nach der Art ihrer Verwundungen und an welchen Gefechten sie teilgenommen haben. Unterdessen verteilte der Kgl. Leiöjäger Liebesgaben und das Bild des Landesherrn an die erfreuten Krieger. Hierauf besichtigte Seine Majestät die geräumige Liegehalle mit ihrem herrlichen Ausblick auf die Stadt, sowie die Wirtschafts- und Wohnräume der Schwestern, und äußerte sich den Führenden gegenüber mehrmals in anerkennender Weise über die gute Anterbringung der Verwundeten und Kranken in dem schön und zweckmäßig gebauten, prächtig gelegenen neuen Heim. 'Rach etwa einstündigem Verweilen verabschiedete sich der König. — Dem Bericht über die Israelitische Erz i e h u n g san st alt zu Ahlem bei Hannover für das Jahr 1913/14 entnehmen wir, daß sich die Arbeiten der Anstalt und ihrer gewerblichen Betriebe bis zum Kriegsausbruch in der gewohnten Weise vollzogen, dann aber sich eine Verringerung der Zahl der schulpflichtigen Kinder nötig erwies. Eine Folge dieser Einschränkung war es, daß die in der Anstalt verbliebenen 26 weiblichen Zöglinge mit ihren Lehrerinnen in dem näher gelegenen Schulhanse untergebracht -wurden, das geräumte HRädchenhaus aber der Militärverwaltung als tzilfslazarett zur Verfügung gestellt wurde. Im Felde stehen 75 ehemalige Zöglinge, darunter ein Flugzeugführer, zwei bei der Marine. Zwei frühere Schüler, Kurt Scheher Und Fritz Meser, haben das Eiserne Kreuz erhalten, Letzterer das 1. Klasse. Ein früherer Lehrer, Ludwig Reumann, ist im Westen auf dem Felde der Ehre gefallen. Der bisherige Lehrer Stein mußte sich