Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1915)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1915-03-01
- Page
- 93 (sequence 1)
- Language
- German
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Wirtschaftliche Angelegenheiten. 93 Wirtschaftliche Angelegenheiten. — In einem lebhaften Landstädtchen an der Nordsee ist infolge 'Todesfalls eine günstige Niederlassungsmöglichkeit für einen Arzt vorhanden. Nähere Auskunft erteilt unser Bureau. — Für Gehilfen arischer Abstammung, aber auch wohl für jüdische Sortiments-Buchhändler, jüdische Aerzte, Medizinalstudierende und andere dem Rassenfanatismus abholde Bücherfreunde wird nachstehendes, im „Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" vom 2. Februar d. I. enthaltene Inserat von Interesse sein: „Infolge Einberufung ist die Stelle des Auslieferers in meinem Hause wieder frei geworden. Dieselbe kann sofort mit einem tüchtigen, an rasches und genaues Arbeiten gewöhnten jungen Gehilfen arischer Abstammung besetzt werden. An« geböte mit Lichtbild erbeten. ß* Lehmann's Verlag, M ü n ch e n." — Für die im Besitze von M. Wegners (Erben befindliche Falken-Apotheke in E h a r l^o 1 t e n b u r g, Potsdamer Straße 31, hat deren Verwalter, Herr ^ielmann, durch ein Inserat in der „Pharmazeutischen Zeitung" vom 13. Februar einen examinierten jungen Herrn christliche r K o n f e s j i o n gesuchte Briefkasten. R. Berlin. Wenn Prof. Vr. F l a t a u aus Berlin seinen Glauben im Felde gewechselt hat, nehmen wir an, daß er einen solchen Schritt sicherlich nur aus innerer Aeberzeugung getan hat. Ihre Vermutung dürfte demgemäß unrichtig sein. Zf*, Magdeburg. Der Inhaber der dortigen Sackgroßhandlung, Paul Berg, ist nicht Jude, sondern Antisemit, der bei geschäftlichen Differenzen jüdischen Geschäftsfreunden gegenüber sich grobantisemitische Ausfälle zuschulden kommen läßt. G. M., Hamburg. Das im Briefkasten der „Deutsch-Sozialen Blätter" vom 20. Januar erwähnte Inserat, das nicht nur in der „Köln. Ztg.", sondern auch in dem „Hamburger Fremdenblatt" gestanden haben soll, würde, wenn es wirklich dis „Bitte eines im Felde stehenden jüdischen Soldaten" wäre, sehr bedauerlich fein. So erniedrigt sich aber ein im Felde stehender jüdischer Inhaber eines großen Spezialgeschäfts nicht; ein solcher würde nie annehmen, auf diesem Wege ein Darlehen von 13—20 000 Mark zu erlangen. Form und Inhalt des Inserats lassen mit ziemlicher Sicherheit daraus schließen, von wem und zu welchem Zweck diese „Anzeige" fabriziert worden ist. G. S* München. F. v. O. (Fritz v. Ostini?) spricht in einem Aufsatz in den „Münchener Neuesten Nachrichten" vom 18. Dezember von Sünden wider den guten Geschmack und geißelt, wie viele vor ihm, mit Recht den Anfng im Gebrauche der Fremdwörter. Daß er aber die Firma Baruth und Loewenh e i m und Herrn S a l l y Veilchenöaum als Beispiel bei den Haaren herbeizieht, soll Wohl eine „geistreiche" Würze seiner Ausführungen sein. Die Firma Lehmann und Schmidt genügte offenbar seinen Ansprüchen nicht.