Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1915)
- Article
- E. M., Berlin
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 48 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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48 Fm deutschen Reich. Imifrer seien keine Germanen mehr, während tatsächlich das Angelsächsische jetzt mehr als früher überwiege. Daran knüpft sie dann die weitere Feststellung: „Man werfe nicht den Einfluß der Juden ein, der zwar gerade in der -am Ruder befindlichen Regierung Englands besonders groß ist; Deutschland zählt aber zehnmal so viele Juden, und wo sind sie jetzt? Wie weggeputzt von der gewaltigen Erhebung; als „Juden" nicht mehr auffindbar, denn sie tu n i h re Pflicht als Den L s ch e vor d e m cy cinbe ü ber dahe t in; inzwischen die englischen Juden, die doch die leibhaftigen Brüder und Vettern der deutschen Juden sind, dort alles (schändliche wie toll mitmachen, ihre deutschen Namen tu englische umwandeln und in der ihnen fast allein gehörigen Presse an der Spitze des Verleumdungsfeldzuges gegen die Deutschen marschieren. Erhebt sich eine Ration, so folgt der F iibc, er führt n Lcht. Weit tiefer, in den Vorgängen langer Jahrhunderte, sind die Arsachen der Entwicklung zu suchen, die England dahin geführt hat, wo es heute steht." Iw'. Tv., Berlin. Wenn das „A m a l i e n h a u s" die Vermittelung eines Dienstmädchens für t-oic nicht übernehmen wollte, erklärt sich dies daraus, daß das Haus eine christliche Institution ist, zu der allerdings auchjüdische Geber beisteuern. Lsi £.p Berlin. Sie wundern sich, daß im Dezemberheft der von Velhagen & Kl a s i n g verlegten „Monatshefte" der Roman „Die Truppe" von Victor v. Kohlen e g g Aufnahme gesunden hat, in dem u. a. der Satz vorkommt: „ein stilles I ü d ch e n musterte die Pracht seiner Auslage." Wir verweisen Sie darauf, daß auch im Heft vom 3. November 1914, S. 439, judengegnerische Aeußerungen gefunden wurden. Dort heißt es: „Sie beide haben deshalb auch gar nichts von dem Zersetzenden, Spitzfindigen und Wurzellosen des jüdischen Geistes an sich." Schon vor Jahren machten wir den Verlag auf ähnliche Geschmacklosigkeiten aufmerksam; die von uns erbetene Aufnahme einer Entgegnung wurde aögelehnt. Da der Verlag von Velhagen L Klasings Monatsheften sich auch den von anderer jüdischer Seite erhobenen Beschwerden gegenüber ähnlich verhalten hat, erübrigt sich jede Verhandlung mit den Herausgebern. Ls bleibt nur die Selbsthilfe offen, daß die Juden auf ein Organ, in dem sie verhöhnt werden und der „zersetzende Gei st des Antisemitismus" sich selbst in den Zeiten des „Burgfriedens" kundgibt, nicht abonnieren. U*, Dresden. Ls hat uns sehr interessiert) daß die „Deutsche Wacht" in der Rr. 90/91 vom 15. November das Gedicht von Ernst Ü i s s a u e r „H a ß geg e rr E n g l a n d" vollständig an hervorragender Stelle abgedruckt und hinzngefügt hat, dieses Kriegsgedicht sei ans tiefstem völkischen Empfinden geboren, und der Verfasser sei zu diesem flammenden Protest durch den Armeebefehl des bayerischen Kronprinzen Rupprecht angeregt worden. Da bei der „Deutschen Wacht" „völkisch" und „antisemitisch" identische Begriffe zu sein pflegen, stellen wir fest, daß der Schriftsteller Herr (E rat ft Lissa n e r in Schöneberg sich zum Judentum bekennt, übrigens das Gedicht längst vor dem Armeebefehl des Krowprinzen Rupprecht verfaßt hat. Redaktionsschluß dieser Rümmer 4. Januar 1915. Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Alphonse Levy, Berlin. Lllleiniae Inseratenannahrne: Benniqson & Ehrlich, Verlag fiic Handel und Industrie, Berlin W 57. Druck: Pas & Äarleb (§>. m. b. H. Berlin W 57.