Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1915)
- Article
- Euch in der Heimat
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 45 (sequence 2)
- Language
- German
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Wirtschaftliche Angelegenheiten. Seht Ihr die höllischen Granaten Den armen Himmel über unsre Köpfe pflügen? Wir sind des Vaterlands ergebene Soldaten, Wir harren ans bis zu den SLerbezugen. Wißt Ihr, daß keiner je erblaßt, Mur härter nehmen Fäuste die Gewehre, Wenn der Befehl zum Sturm die Reihen faßt? Ihr, fern daheim, es geht um unsre Ehre . . Ja für uns selbst, uns selbst, geschart zur Front, Stehn groß gereckt am Völkerhorizont. In uns, du Volk, von deinem Geist beschirmt, In uns, du Heimaterde, wehrhaft anfgetürmt: Wir sind der feierlichen Alpen Vergesstille, And unsrer Städte flammengleicher Wille, Wir sind das Abendliev am inseligen See, Sind das Gehöft in Roggenbläue, Der Tannenwald im rauhbereiften Schnee And sind die unsagbare Menschentreue Des Heimatölutes in der fremden Welt. Auf uns ist Sieg und Friede schicksalhaft gestellt. — Aeber die Entwicklung des deutschen Volkes hat sich Lud- Loig Delbrück am 14. September d. I. wie folgt geäußert: . „Man spricht so oft von uns Deutschen als von reinen Germanen; das ist ein Irrtum. Wir Deutschen sind keine reinen Germanen. Wir heutigen Deutsche sind ein Mischvolk. Die äußeren Kennzeichen des Germanen sind blaues Auge, blondes Haar, helle Hautfarbe. Aach einer genauen Statistik wurden diese Merkmale bei rund 31 Prozent der deutschen Bevölkerung festgestellt. Im Norden waren es mehr, in anderen Teilen des Reiches weniger. Dabei ist aber ^u berücksichtigen, daß in diesen 31 Prozent ein nicht geringer Teil Slawen steckt, die gleichfalls sehr häufig blaue Augen und blondes Haar haben. Infolgedessen durfte der germanische Bestandteil noch geringer sein. Slawen haben wir in Deutschland mehr, wie man im allgemeinen glaubt; abgesehen von Schlesien und Posen, erstrecken sie sich unmittelbar bis zu den Toren von Berlin. Die Großherzöge von Mecklenburg haben z. B. auch Slawenblut in ihren Adern. Ebenso ist unsere Sprache eine Mischsprache. Zahlreiche Worte sind fremden Arsprungs und in unsere Sprache bei den zahllosen Berührungen mit fremden Völkern hineingedrungen. Aber auf all dieses kommt es gar nicht an, d e r G e i st macht die Statur eines Volkes, nicht die physische Abstammung. Deutsch und kennzeichnend für unser Volk ist auch das Aufwärtsstreben der unteren Schichten in sozialer inü> kultureller Hinsicht, das als die gesündeste und tugendhafteste Erscheinung zu bezeichnen ist."- Den Juden wird leider oft ^die gleiche „gesunde, tugendhafte Erscheinung" als „widerwärtiges Strebertum" zur Last gelegt! Wirtschaftliches. — In Bad Salzungen ist jeden Sommer Nachfrage nach einer rituellen S p e i s e w i r t s ch a f t. Die Eröffnung einer solchen durfte sich rentieren.