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Im deutschen Reich · 1915-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1915) · p. 44

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1915)
Article
Ein tapferer Güstrower
Date
1915-01-01
Page
44 (sequence 2)
Language
German
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44 Im deutschen Reichs Lreffergranate. Diese Granate Lötete sofort die beiden anderen Vize» feldwebel, Osfizierdiensttuer Gagelmann und Vizefeldwebel Prahl (aus Kiel), sowie fünf weitere Mannschaften der Kompagnie, verwundete Marcus und 14 Soldaten auf einmal. Ls war die fürchterlichste Katastrophe, die meine arme Kompagnie durchmachen mußte. Mle Zugführer waren mir mit einem Schlage genommen; sie sollten gerade zu einer Besprechung Zusammenkommen. Marcus war selbstverständlich für das Eiserne Kreuz von mir in Vorschlag gebracht. Indem ich hoffe, daß den Angehörigen dieses Urteil seines Hauptmanns einigen Drost bringen wird und allen Beteiligten mein allerherzlichstes Beileid ausspreche, bin ich mit vorzüglichster Hochachtung Ihr ergebener v. V . . . . Hauptmann." -— Zurückweisung anonymex antisemitischer Verleumdungen durch eine Militärbehörde. Die stellvertretende 6. Jnfanterie- Vrigade in Landau erließ nachstehende Bekanntmachung: „In der letzten Zeit wurden wiederholt durch anonyme Zuschriften schwere Anklagen gegen verschiedene Heeresangehörige erhoben. Wenn nun auch die stellvertretende sechste. Infanterie- Brigade solchen Anschuldigungen sonst grundsätzlich keine Beachtung schenkt, so sieht sie sich doch veranlaßt, einer Anklage in der Öffentlichkeit entgegenzutreten, die die Ehre eines nicht unbedeutenden Teiles unseres Heeres antastet. Ls wurde nämlich durch anonyme Zuschriften unter anderem auch an der Tüchtigkeit und Verläßlichkeit Von Heeresangehörigen jüdischer Konfession gezweifelt und der schwere Vorwurf erhoben, daß. viele von ihnen Mittel und Wege wußten, sich dem Dienst in der Front zu entziehen. Diese Anschuldigungen sind durchaus - u n b e g r ü n S e t. Der stellvertretenden sechsten Infanteriebrigade ist kein solcher Fall bekannt geworden. Sie ist vielmehr überzeugt, daß unsere jüdischen Soldaten sich bemühen, hinter ihren christlichen Kameraden an Vaterlandsliebe/Opferwilligkeit und Tapferkeit keineswegs zurückzustehen. Wer aus konfessioneller A ndu ld samk e it andere v erdächt i g t, hält schlecht zu seinem Kaiser, dessen Wort heilte allen voranleuchten muß: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur Deutsche!" Auf diese Angelegenheit, die uns seit vielen Wochen beschäftigt« wird zu gelegener Zeit zurückgekommen werden. — Euch in 6er Heimat. Der „Frankfurter Zeitung" entnehmen wir, auf besonderen Wunsch vieler Freunde unserer Sache, denen das Gedicht aufgefalken ist, .einige Verse, die von dein Kriegsfrei? willigen Dr. Jakob Picard im Felde verfaßt worden sind: Hört Ihr daheim nicht unsre Tritte, Millionen Tritte durch die Nacht; Seid Ihr nicht oftmals aufgewacht, Als zögen wir durch Eure Mitte? Seht, wir marschieren, Kolonnen von Männern, Kolonnen von Tieren, Durch Regen, Rauch und Brand, Die unsre müden Stirnen schwärzen, Am Euren Schlaf, um Eure Herzen, Am deine Seele, deutsches Land. Spürt Ihr das Frösteln unsrer Glieder In Schützengräben, wenn der Morgen graut? Wir liegen da für Euch, Ihr Brüder, Ihr habt Euch guten Hütern anvertraut.

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