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Im deutschen Reich · 1915-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1915) · p. 43

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1915)
Article
Die jüdische Gemeinde in Wiesbaden
Date
1915-01-01
Page
43 (sequence 2)
Language
German
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Vermischtes. Irische Taschenlampen usw., an die im Felde stehenden Soldaten abgefcmbt, welche Liebesgaben zur Festzeit an Angehörige aller Bekenntnisse, ohne Rücksicht auf die Glaubensangehörigkeit, verteilt werden sollen. Den Sendnugell war nachstehende Widmung bei gefügt: Wie wir dies Päckchen schicken in die Ferne Den tapfern Kriegern für das Vaterland, So treu und innig, so vom Herzen gerne Sei auchder Festesgruß euch zugesandt! Ob weit der Heimat ihr von? Feind umgeben, ^lu Ram' mtb Llaube ihr verschieden seid, Gleich sind wir alle, eins ist unser Streben In dieser ernsten, großen, schweren Zeit. Ein einzig Volk von Brüdern laßt uns heißen, Im Denken, fühlen und im Hoffen gleich: „Kein grimmiger Feind soll uns den Sieg entreißen. Mit Gott für Kaiser und fürs Deutsche Reich!" * Vermischtes. — (Ein tapferer Güstrower» unter dieser Aeberschrist veröffentlichte am 28. Oktober die „Rostocker Zeitung" ein. Schreiben, in dem Hauptmann v. B. einem Verwandten des seinen schweren Verletzungen erlegenen Offiziers-SLellverLreLers, des Gerichts- Assessors Marcus aus Güstrow, sein Beileid ausdrückt. Er sagt darin: „Wenn ich. Ihnen diese Zeilen zusende, geschieht es mit der Bitte, den Angehörigen, deren Adresse ich, da ich hier ür. Rendsburg mich selbst 'verwundet aufhalte, nicht habe, einigen Trost senden zu wollen." Er schildert darin die Tüchtigkeit und Liebenswürdigkeit des wackere!: Kriegskameraden, der, wenn es hieß: „Freiwillige vor!" stets der erste war. In dem sehr ausführlichen Schreiben heißt es dann wörtlich weiter: „Marcus machte allesunermüdlich wirkte er im Stillen genau in dem von mit gewollten Sinne innerhalb meiner Kompagnie. And wenn ich mit meiner Kompagnie schöne Erfolge erzielt habe sowohl auf kriegerischem wie auf kameradschastlichem Gebiete, so hat Marcus seinen vollen Teil daran gehabt. Als ich am 21. September verwundet aus demr Lazarett zurück kam, aber noch nicht dienstfähig war, ließ ich nrich in die vorderste Linie tragen, wo meine Kompagnie im Schützengraben seit fünf Tagen lag. Die Leute kamen, da'eine Gefechtspause war, so weit sie konnten zu mir heran und schüttelten mir die Hand. Was tat Marcus? Er lief nach einen: Haus in der Rähe, suchte in dem Garten die schönsten Rosen aus und brachte sie mir mit glückstrahlenden Augen. And so sind der Züge eine Unmenge, die nrich mit diesem toten, tapferen Kameraden eng für immer verbinden. Leider konnte ich ihn im Lazarett nicht niehr persönlich besuchen. Er war zu weit von unseren Stellungen entfernt. Aber Rosen hat er auch von mir bekommen, auch feine Post, soweit dies in den paar Tagen nach seiner schweren Verwundung noch möglich war. Ich glaube aber nicht, daß er mit Verständnis die Sache hat betrachte!- können, denn das Bewußtsein war ineift geschwunden; nur einmal hat er die gesandte Ordonnanz erkannt. Der Schuß, der ihm am 29. September die tödliche Verwundung brachte, war eine Volks

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