Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1915)
- Article
- Ein katholischer Lehrer
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 39 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. S9 ans dem Felde ihren. früheren Kostwirten sandten; und darauf sind sie mit Recht stolz. Bei unseren Nachbarsleuten, ebenfalls Israeliten, sind die Kameraden ebenso gut aufgehoben. Line andere jüdische Familie gibt ihnen für 14 Pfennig ausgezeichnete volle Pension; überhaupt gelten die jüdischen Quartiere bei unseren Kameraden als die besten im Orte. Bei unserem Abgänge zur Front verlassen wir nach sechs Wochen nur ungern das gastliche Haus; in Dankbarkeit werden wir der guten Leute stets gedenken. C. 'K i p p h a r d t, Lehrer." — Die Sympathien öer Juden in ilcw X}oxl sind auf seiten Deutschlands und Oesterreich-Angarns. Die Gründe dieser Tatsache sind in einem Schreiben des dortigen Rabbiners der Ahabath Achim-Gemeinde, Dr. P. Friedma n n , dargelegt, das er an die „New-Porter Staats-Zeiturlg" gerichtet hat und das Fon dieser verössentlicht worden ist. Diesem schreiben entnehmen wir folgendes: „Seit Beginn des Krieges sind die amerikanischen Juden wegen ihrer rückhaltlosen Sympathie für Deutschland und Oesterreich-Ungarn ein Gegenstand des Angriffes geworden. Aamentlich ist es die „Times", die über die Juden nicht nur der Bereinigten Staaten, sondern der ganzen Welt hersällt . . . Mr. Zangwill können wir es nicht verdenken, daß er seiner Regierung aus furcht oder aus wirklicher Liebe ergeben ist und für ihre Sache Propaganda macht. Mir, der als freier amerikanischer Bürger weder seine Furcht noch seine Liebe teilt, wird er nicht übel nehmen, wenn ich erkläre, daß es uns zur Schande gereichen müßte, wenn wir um die Gunst unserer Verleumder buhlen und die Knute, die uns peitscht, küssen würden. Ich muß es als den Appell des Wahnsinns betrachten, an uns das Ansinnen zn stellen, mit den Verbündeten zu sympathisieren, die sich mit unserem Blutseind verbunden haben, dessen Sinnen und Trachten darauf hinzielt, neue Pogrome in Szene zu setzen. Das Damoklesschwert schwebt über seinem Haupte; schon steht der Deutsche vor den Toren Warschaus, aber seine Impertinenz ist dadurch um kein Haar geschwächt worden. Mit einem solchen Bundesgenossen wollen Frankreich und Lngland dem deutsche!: Militarismus den Todesstoß versetzen. Sie. schämen sich des russischen Verbündeten und ließen darum ausposaunen, daß der Zar die Verbesserung der jüdischen Lage versprochen hätte. Zangwill erklärte im Namen von Sir Edward Lrey, daß Lngland bei den Friedensverhandlungen aus eine vollständige Emanzipation der russischen Juden dringen wird. Wenn das Wohl der Juden Lngland so ans Herz gewachsen ist, warum ließ es nicht schon vor zwei Jahren seine Stimme zugunsten derselben vernehmen, als es sich um die Paßfrage gehandelt hat? Es unterliegt nicht dem geringsten Zweifel, daß. die Vereinigten Staaten ihren Willen ganz ohne Schwierigkeiten durchgesetzt hätten, wäre dasselbe Verlangen von seiten Englands und Frankreichs gestellt worden. Letztere begnügten sich mit der Erklärung, daß sie sich in die internen Angelegenheiten eines Staates nicht mischen dürften. Selbst wenn England sein Versprechen einlöst und bei den Friedensverhandlungen zugunsten der russischen Juden interveniert, ist es auch noch sehr unwahrscheinlich, daß der Zar sich nachher durch seine Verpflichtung gebunden fühlen wird; haben wir doch das Beispiel vor Angen, daß eine kleine Nation ihr Versprechen verletzt hat und ungestraft den 13. Artikel des Berliner Vertrages mit Füßen trm. Sind wir nun besser gestellt, wenn wir mit Deutschland und Oesterreich-Angarn sympathisieren? Verdient Deutschland eher