Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1915)
- Article
- Der "Hammer-Verlag" in Leipzig
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 34 (sequence 2)
- Language
- German
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34 Im deutschen Reich. Handel" veranlaßt, wegen dieses XLnfngs der: „Hantmer-Verlag" zur Rede zu stellen, der darauf erwiderte, daß diese Zettel nicht von ihm herrührten und daß er damit in absolut keiner Verbindung stehe. Diesen Widerspruch suchte her Verlag in dem Schreiben an das „Börsenblatt" dadurch zu erklären, daß vielfach eingegangene Anfragen wahrscheinlich deswegen erfolgt seien, weil die Mitglieder des Reichs - Hammerbundes, dessen Bundesblatt der „Hammer" sei, „verpflichtet sind, nur in nichtjüdischen Geschäften ihren Bedarf zu decken". — Dazu bemerkte damals das „Börsen-- Blatt für den Deutschen Buchhandel": „Ls bleibt natürlich auch im Buchhandel jedem unbenommen, seine politische und religiöse SleihtngnahineJ.n angemessener Form zum Ausdruck zu bringen und nur mit Firmen in Verbindung zu treten, mit denen ihm ein Verkehr genehm ist, zumal durch die Zugehörigkeit zum Börsenverein ein Kontrahierungszwang der Mitglieder untereinander nicht begründet wird. Dieses Recht wird aber zum XI n r e ch t, wenn es, wie hier, zu einer in groben XLnfugiaus-- a r t e n d e n Bel ä st i g u n g mißbraucht wird, der wir uns um so weniger schuldig machen sollten, als die Ach'ung vor d t politischen und religiösen Xleberzeugung anderer diesen gegenüber, erst das Recht auf die gleiche Forderung gewährleistet." — In unserem Maiheft 1913 haben wir diese Erklärung (auf S. 266) veröffentlicht und angenommen, daß dre Erklärung des Börsenblattes den Hammer-Verlag zur Einstellung des XLnfugs veranlassen und er sich hüten werde, ihn weiterhin selbst zu begehen oder zu begünstigen. Die jetzige Mitteilung der Essener Firma beweist, daß dies nicht der Fall Ist. Wir fordern deshalb alle, die durch; solche Zettel eine Belästigung erfahren, ans, sich sofort mit uns ins Einvernehmen zu setzen. — Das amerikanische Judentum. Es war uns aufgefallen, daß' sich in Deutschland die Angriffe der Judengegner in letzter Zeit nicht nur gegen deutsche Juden, sondern auch insbesondere gegen das amerikanische Judentum richten, dessen Bekenner dem Deutschen Reich gegenüber doch bekanntlich aufrichtige Sympathien bekunden.. Von derartiger Gehässigkeit gab im verflossenen Sommer eine Broschüre „Das ct m e r ii an t s ch e I it dentu m" ein deutliches Zeugnis. Seltsamerweise war diese von dem in Amerika lebenden deutschen Professor Karl Knortz verfaßte Schmähschrift in einem angesehenen Leipziger Verlag erschienen, der, wie eine ansehnliche Anzahl von ihm herausgegebener Werke beweist, keineswegs antisemitisch ist, so daß sich annehmen ließ, daß die Verbreitung einer Schrift, deren Verfasser sich zu den Gesinnungen Ahlwardts ^bekennt, nur aus ein Versehen zurückzuführen sein müsse. Dies hat sich erfreulicherweise bestätigt. Es genügte eine nochmalige Prüfung des Inhalts der Schrift, in der gewisse Stellen bewiesen, daß der Verfasser nur von dem Wunsch angetrieben war. sich für eine ihm vermeintlich zugefügte Xlngerechrigkeit zu rächen. Der Leipziger Verleger, der seit Anfang August im Felde steht, hat inzwischen schriftlich erklärt, daß die V er öffentlich un g der Knortzschen Schrift auf einem für den Verlag außerordentlich bedauerlichen Irrtum beruhe, und daß er den Auftrag erteilt habe, die Broschüre aus dem Handel zurückzuziehen und nichts davon mehr auszuliefern. Die noch auf Lager befindlichen Exemplare wurden sämtlich vernichtet. — Herr Dr. SIT, Schohh Leutnant und Ritter des Eisernen Kreuzes, der verdiente Schriftführer unserer O r t s g r u p p e Wiesbaden, liegt leider verwundet in Aachen darnieder, doch kann man auf seine baldige Genesung hoffen.