Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1915)
- Article
- Die Monatsschrift des Vogelsberger Höhen-Klubs "Frischauf"
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 33 (sequence 2)
- Language
- German
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V eremsrrcdchrichten. 33 bensgenossen etntoMen, wodurch Sie and} den Schein unbergründeter Empfindlichikeit und törichter Aeberhebung v ermeiden. Wir halten hiermit die Angelegenheit für erledigt. Auf weitere Interpellationen werden wir nicht mehr reagieren. Wir können unsere Zeit nicht in unfruchtbaren Diskussionen vergeuden. Sapienti satt — Hochachtend Die Schriftleitung des „Frischauf", gez. Dr. August Ro eschen, Großh. Prof, und Denkmalpfleger, Ritter I. Klasse des Ordens Philipps des Großmütigen." Da sich der Schriftleiter des „Frischauf" offenbar _ zu Den „Sapientes" zählr und die Schmähung des unschuldigen jüdischen Vorsängers als einen harmlosen „Scherz", unsere Zurückweisung der Behauptung, die- Juden würden die dem Roten Kreuz zugedachten Gaben kürzen, als törichte Aeberhebung bezeichnet, verzichten w i r auf weitere Auseinandersetzungen. — Die in Barmen erscheinende Wochenschrift „Die Arbeit". Fm „Briefkasten" des vorigen Heftes, Seite 414, wurde berichtet: ,>Daß der Schriftsteller Hermann Essig, der eine harmlose, nur auf den Wert der Viehzucht bezügliche Komödie unter dem allerdings nicht sehr geschmackvollen Titel „Der Schweinepriester" verfaßt hat, kein Jude, sondern in Treuchtlingen als der Sohn eines protestantischen Pfarrers geboren ist, haben wir der Redaktion der Wochenschrift „D i e A r b e i t" in Barmen bereits am 21. Juli d. Is. mitgeteilt. Das christlich-soziale Blatt hatte kurz vorher in einer „Schwedin epriester oder Saujud" überschriebenen Rotiz behauptet, Hermann Essig sei trotz des germanischen Vornamens ein waschechter Jude und daran n. a. auch die aufreizende Bemerkung geknüpft: „So weit sind wir in Deutschland nun, Gott sei dank, doch noch nichtdaß wir uns alle Frechheiten gefallen lassen müssen." Das christlich-soziale Blatt hat, ohne sich vorher über die Konfession Essigs zu erkundigen, ihn wohl zum Zweck der Aufreizung zum Juden gemacht, und nachdem sie von uns die Wahrheit erfahren, diese unseres Wissens bis heute ihren Lesern oorenthalten." — Inzwischen hat sich die „Arbeit" auf eine Beschwerde eines unserer Mitglieder doch zu einer Antwort emporgeschwungen. Aber die Rede lautet nicht etwa: ja ja —- nein nein, sondern ging um den Kern der ^ache herum. Das Blatt sagt nicht: Wir stellen mit Bedauern fest, daß wir dem Judentum Anrecht getan, den Argermanen Essig zum Juden gestempelt und dabei von Frechheit der Juden gesprochen haben. Die Redaktion redet sich damit heraus: „Wer auch der Verfasser ist, ob Jude oder Richtjude, die Kritik bleibt dieselbe." . — Tell-Schokolaöe-Vilöer. „Kasperl läßt den^Iuden tanzen, bis er umfällt", mit dieser Unterschrift hatte die Firma Hartwig & Vogel ein abstoßendes Bildchen „Die Zaubergeige" ihren Schokoladen beigelegt. Auf vielfache Beschwerden von Eltern, deren Kinder die Bilder in die Hände bekommen hatten, hat uns die Firma mitgeteilt, daß nunmehr endlich die Bilder vergriffen seien; sie werden also die Kinder nicht mehr „beglücken". — Der ,anrnrer-Derlag" irr Leipzig. Dieser Tage erhielt eine jüdische Firma in Essen-Ruhr auf eine von ihr versandte Offerte einen aufgeklebten Zettel mit folgendem TcrL: „Aus Ihrer Offtrte geht nicht hervor, ob Ihre Firma eine jüdische oder nichtjüdische ist. Sollte das letztere der Fall sein, so erhalten Sie nähere Mitteilungen vom „Hammer-Verlag", Leipzig, Königstraße Rr. 27." Bereits vor einem Fahre hat die Versendung solcher Zettel die Redaktion des „Börsenblattes für den deutschen Buch-