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Im deutschen Reich · 1915-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1915) · p. 32

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1915)
Article
Das Rote Kreuz gegen den Antisemitismus
Date
1915-01-01
Page
32 (sequence 2)
Language
German
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32 STm deutschen Reich.- das Rote Kreuz in großer Zahl von Damen und Herren bei der Arbeit unterstützt wird, die seinen Vereinigungen nicht angehören und mit feinen Grundsätzen daher weniger vertraut sind. Jedenfalls aber tritt an alle unter dem Roten Kreuz tätigen Damen und Herren die dringende Pflicht heran, dafür Sorge zu tragen, daß bei ihrer Arbeit niemand in seinem religiösen Empfinden verletzt wird. Wir Deutsche wollen doch zu Hause in der Erfüllung unserer großen Aufgaben der Nächstenliebe ebenso einig zusammenstehen, wie unsere Kriegsmacht draußen. Der Vorsitzende, gez. v. P f u e L" Wir wiesen im letzten Heft unserer Zeitschrift S. 399 darauf hin, daß angebliche Vorkommnisse von Antisemitismus beim Roten Kreuz bei näherer Prüfung sich fast ausnahmslos als Phantasiegebilde herausgestellt Haben. Wir fügten hinzu: „Entgleisungen untergeordneter Organe des Roten Kreuzes sind vorgekommen, ohne daß die Leitung deswegen ein Vorwurf trifft. Beklagen muß man es, daß diese trotz der Zusage, aus den Fragebogen für die Aerzte die Frage nach der Religion fortzulassen, neuerdings wiederum diese Frage stellt." Wir können feststellen, daß nunmehr in der Tat auf den Fragebogen die Frage nach der Religion ausgemerzt ist, nachdem die Militärbehörde auf die Eintragung des Religionsbekenntnisses verzichtet hat. Aebrigens wurde und wird auch jetzt noch die Registrierung und Auswahl der Aerzte beim Roten Kreuz durch einen jüdischen Arzt vorgenommen. Wir geben von dem Vorstehenden Kenntnis, damit nicht der segensreichen und von Begeisterung getragenen Tätigkeit des Roten Kreuzes durch unangebrachte Mißstimmung Abbruch geschieht. — Die Monatsschrift des Dogelsberger höhen-Lllubs „Frischauf" brachte in ihrer November-Nummer einen von vr. Karl Pusch verfaßten Artikel „Ernstes und heiteres aus der Mobilmachungszeit in Vogelsberg", in dem berichtet wurde, der langjährige Vorsänger einer j ü d i s ch e n G e m e i n d e i n Ober- Hessen sei als des Landesverrats verdächtig in Polizeigewahrsam genommen worden, weil man bei dem gering besoldeten Mann größere Barmittel gefunden habe. Er habe aber von dem vermeintlichen Spionenlohn 100 Mark dem Roten Kreuz gespendet, um „als Ausländer" seine deutschfreundliche Gesinnung zu beweisen. Seine Glaubensgenossen würden ihm aber wohl die 100 Mark ersetzen unter entsprechender Kürzung der von ihnen dem Roten Kreuz z u g e d achten Beitrag e. Eine solche höhnische Darstellung eines unbegründeten Verdachts, durch dessen Fassung auch die völlig unbeteiligten Juden verspottet werden, hätte in einem parteilosen Vereinsblatt keinen Platz finden dürfen. Wir haben dem Schriftleiter des „Frischauf", Herrn Professor Dr. R o e s ch e n in Laubach in Hessen, dies nah egelegt und betont, daß sowohl der Vorgang, als auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung völlig ungeeignet seien, religiöse Gegensätze zu vertiefen. Herr Professor Dr. Ro eschen hat darauf in einem ausführlichen Schreiben versichert, daß dem Artikelschreiber die Absicht der Beleidigung völlig ferngelegen habe. Er selbst hege vor den altehrwürdigen Sitten des Judentums hohe Achtung und habe stets tolerante Grundsätze betätigt. Der Verfasser habe durch den Artikel nicht das Judentum geschmäht, sondern nur die übertriebene Spionenfurcht gegeißelt. Diesen versöhnlichen Zeilen ließ R. jedoch nachstehenden Zornesausbruch folgen: „Sie fördern zweifellos die Interessen Ihres Vereins, wenn Sie für die Folge versöhnlich und beruhigend auf Ihre «Glau«

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