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Im deutschen Reich · 1914-10-01 · Heft 10-12 (Oktober 1914) · p. 414

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 10-12 (Oktober 1914)
Article
M. R., Magdeburg
Date
1914-10-01
Page
414 (sequence 2)
Language
German
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414 Im deutschsn Reichs den Mord von Sarajewo ins Werk. Belgien erhielt etwas mit der Hundepeitsche und mußte bedingungslos wie ein Hund den englischen Verbrechern folgen/' — Die „Vulksstimme" hat dieses Schreiberl nur ironisch beleuchtet. Für uns war lein Anlaß, diese antisemitische Leistung ernsthafter zu nehmen, weil eine solche „Beteranenvereinigung" in Magdeburg ganz unbekannt ist und auf dem dortigen Einwohnermeldeamt kein „Friedrich Kmuth" sich ermitteln läßt. * 3C<t "Hannover. Wer der Vater des auf dem Felde der Ehre gefallenen Kriegers ist, der 25 000 M. gespendet i)at, und für seine Frau Betätigung in der Kriegshilfe sucht, wissen wir nicht mit solcher Sicherheit, daß wir den Ramen nennen dürften. ❖ G. S., München. Daß der Schriftsteller H c r manu Essi g , der eine harmlose, nur auf den Wert der Viehzucht bezügliche Komödie unter dem allerdings nicht sehr geschmackvollen Titel „Der Schweinepriester" verfaßt hat, k e i lt I ube, sondern in T r e u ch t l. i n g e n als der Sohn, eines p r o t e st a n tischen Pf a r r e r s geboren ist, haben wir der Redaktion der Wochenschrift „Die Arbeit" in Barmen bereits tim 21. Juli d. Js. mitgeteilt. Das christlich-soziale Blatt hatte kurz vorher in einer „Schweinepriester oder Saujud" überschriebenen Notiz behauptet^ Hermann Essig sei trotz des germanischen Vornamens ein waschechter Jude und daran u. a. auch die aufreizende Bemerkung geknüpft: „So weit sind wir in Deutschland nun, Gott sei dank, doch noch nicht, daß wir uns all» Frechheiten gefallen lassen müssen." Daschristlich-soziale Blatt hat, ohne sich vorher über die Konfession Essigs zu erkundigen, ihn wohl zum Zweck der Aufreizung zum Juden gemacht, und nachdem sie von uns die Wahrheit erfahren, diese unseres Wissens bis heute ihren Lesern vorenthalten. — Das müssen w i r uns also gefallen lassen! P Erne Staatsbürgerin jüdischen Glaubens in Baden-Baden. Daß das „Komitee für Soldatenheimarbeit im Bereich des 18. Armeekorps" in der „Frankfurter Zeitung" vom 2. Oktober eine im Vereinshause Nordost iit Frankfurt anberaumte ch r i st l i ch - vaterländische Kriegsfeier ankündigte, halten auch wir in einer Zeit, in der die Juden ebenfalls Gut und Blut für das Vaterland opfern, für durchaus ungehörig. Da aber der Vorgang bereits in der „Frankfurter Zeitung" Gegenstand einer energischen Kritik gewesen, die Feier auch keinen antisemitischen Charakter trug, erübrigt sich weiteres.

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