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Im deutschen Reich · 1914-10-01 · Heft 10-12 (Oktober 1914) · p. 413

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 10-12 (Oktober 1914)
Article
A. Charlottenburg, M. Zürich u. a. m.
Date
1914-10-01
Page
413 (sequence 1)
Language
German
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Briefkasten. 413 SJtfeflaftetn A. Lharlottenbrrrg, Al. Zürich u. a» m. Ein Satz in dem Artikel „Heimwärts" im SeptemberhefL des „Kunstwart", in dem Herr Aden a r i u s seine Eindrücke Lei einer Fahrt mit Gestellungspflichtigen schildert, mußte auf jeden Leser einen unangenehmen Eindruck machen. Der Satz lautet: „Das Iüdlein gestikuliert in ungeheurer Begeisterung von der Brücke über den Ätord-seekanal, über die er gestern gefahren ist: „Werd ich Ihnen sagen: die Deutschen sind das erste Volk der Welt, und wenn ich auch nich schön bin, passen Se auf, se nehmen mich." Daß Herr Avenarius selbst in der Zeit des „Burgfriedens" sich der Unziemlichkeit derartigen Spottes nicht bewußt war, geht aus dem Schlußsatz des Artikels hervor, er habe auf dieser Heimfahrt „keinen einzigen Wann gehört, der nicht des deutschen Aamens würdig schien". Aus Liebe zum Judentum wird er dennoch die Zärtlichkeitsform „Iüdlein" nicht gewählt haben, sondern vielleicht aus jener Unfähigkeit, häßliche Vorurteile ganz zu unterdrücken, die leider selbst auf den Takt mancher gebildeten Menschen einen üblen Einfluß ausüben. ❖ I. <£., Wilmersdorf. Der uns mitgeteilte Vorfall ist allerdings eigentümlich, wird aber wohl durch Ihre Eingabe aufgeklärt werden. Daß ein Offizier in Uniform auf der Straße einem jüdischen Bürger ein Traktätlein mir aufgestempelter Einladung zu den Versammlungen der „Heilandsgefellschaft in der Putlitzer Straße" aufdringt, wird von feinen Vorgesetzten nicht schweigend übergangen werden. Da wir aber ohne weiteres annehmen, daß hierbei nur eine Entgleisung vorliegt, wäre es verfehlt, von Vereins wegen irgend etwas zu veranlassen. Al. U., Magdeburg. Die dortige sozialdemokratische „Volksstimme" hat am 1. September ein Schreiben abgedruckt, das „Im Aufträge der V e t e r a n e n v e r e i n i g u n g, Friedrich K n u t h" unterschrieben war, und in dem die Schuld an dem Kriege den Juden zugeschoben wurde. In dieser Zuschrift war u. a. gesagt: „Der ganze heutige Krieg ist nur das Machwerk jüdischen Krämergesindels, englisch-jüdischen Ursprungs; dieses Gesindel hat Frankreich und Rußland ausgeplündert und, um zu seinem Kapital zu gelangen, setzten die englisch-jüdischen Spitzbuben

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