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Im deutschen Reich · 1914-10-01 · Heft 10-12 (Oktober 1914) · p. 407

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 10-12 (Oktober 1914)
Article
Liebestätigkeit
Date
1914-10-01
Page
407 (sequence 2)
Language
German
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407 Vermischtes. nahm-i ehe Frau SLerner imstande war, dem Mädchen irgendeine Weisung zu erteilen. — Da in den „Deutsch-Sozialen Blättern" nicht Eine Frau SLerner, sondern eine Frau totem mit Anrecht bezichtigt ist, kann jene nichts gegen den Verfasser der tendenziösen Notiz W. (Wintcrstein?) veranlassen. •T* —• „Absolut Lein Jude." Die antisemitische Tostedter Zeitung veröffentlichte am. 15. . September eine Notiz, in der berichtet wurde, „der israelitische Kaffeehausbesitzer Sitts amstein in Berlin" habe „ein paar Gardereservisten, die in seinem Cafe Erfrischungen zu sich nehmen wollten, hinausgewiesen mit den Worten: „Für solchen Pöbel haben wir keinen Platz." Unsere Gardereservisten hatten sich in schweren Stiefeln und derber Kleidung an den Marmortischen niedergelassen. In unseren Gardereservisten regte sich der Antisemitismus, diese „scheußliche" Eigenart der „Üngebildeten", und sie schlugen dem Sittsamstein mit ihren Gardefäusten die Kaffeehauseinrichtung kurz und klein." — Auf dm Anfrage bei Herrn Carl Sittsam st ein, dem Inhaber des Konzert-Cafe „W edding-Pala st", hat dieser uns über den Sachverhalt berichtet: „Gardereservisten waren es, welche von Leuten, die mit denr Soldatenstande nichts zu tun hatten, beleidigt wurden, und für die Reservisten Partei nehmend, verwies ich diesen Leuten das Lokal. Da ich nachdem dem angetrunkenen Portier vorhielt, daß. er mir diese Leute hereinließ, hetzte er noch anwesende Gäste, zum Teil Reservisten in Zivil, gegen mich auf; ich hätte mit meinen Vorhaltungen diese gemeint. Bin selbst Soldat, Patriot aus Aeberzeugung, Kamerad jedes Soldaten, habe den Ok'küpationskrieg in Bosnien mitgemacht. Die Sache, durch die mir ein Schaden von zirka 10 000 Mark entstanden, ist nur einem Racheakt zuzuschreiben. Die Täter sind der Staatsanwaltschaft angezeigt. Ferner teile ich mit, daß ich absolut kern Jude bin, auch nicht jüdischer Abstammung, weniger aber noch ein Feind des jüdischen Glaubens, in welchem ich große Freunde besitze. Hochachtung _ La it t sa m st e in." — Jüdische Soldaten. Der Kriegsberichterstatter des B.-Tageblattes, Paul Lindenberg, schrieb am 14. 9. aus Insterburg: „Wir im Schloß des Herrn v. Jansen in Gerdanen haben weniger zu leiden gehabt, weil die Herrschaft dagebliebeu war, aber in der Stadt und Ilmgegend haben die Burschen bös gehaust. Die einzigen, die nicht plündern und sich gut benahmen, sind die jüdischen Soldaten, sie mögen manches von ihren Kameraden zu leiden haben. In einem Nachbarhause waren russische Verwundete untergebracht, die zum Teil vor der Tür saßen und stauben. Die jüdischen S o l d a t e n , die aus dem Kownoscheu Gouvernement stammten und schon durch ihr Aeußeres in Uniform und Haltung von den übrigen abstachen, sprachen sämtlich deutsch

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