Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 10-12 (Oktober 1914)
- Article
- Das jüdische Schwesternheim Stuttgart
- Date
- 1914-10-01
- Page
- 400 (sequence 2)
- Language
- German
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400 Im deutschen Reich. Schwestern wurde von seiten aller Vorgesetzten als gut und "brauchbar anerkannt; am 8. Oktober hat S. M. der König von Württemberg, begleitet von dem Kriegsminister, seinem Leibarzt und seinen Generaladjutanten, das Lazarett besucht und den Schwestern die gnädigste Anerkennung für ihre Arbeit im Dienst des Vaterlandes ausgesprochen. Das jüdische Schwesternheim Stuttgart hat sich jedoch mit der Entsendung seiner Schwestern nicht begnügt und hat auch seinen eben vollendeten Reubau der Heeresverwaltung als Lazarett zur Verfügung gestellt. Auch dieses. Anerbieten wurde mit! Dank angenommen, und das Haus Dillmannstraße 19 ist heute ein Lazarett mit 30 Betten, in dem drei Schwestern des Vereins und zwei Helferinnen die Pflege -ausüben. Die ärztliche Tätigkeit im Hause besorgen die Herren Dr. H o m m e l und vr. L ev i. Der Verein betrachtet es als ein besonders günstiges! Ereignis und als eine gute Vorbedeutung, daß es ihm vergönnt war, das neugebaüte Haus zum besten unserer Soldaten zu verwenden. G. F. * — „Die Htnfchmeichlung fremder Soldaten durch gewisse Weiber scheint 'bedauerlicherweise anzudauern. Wenn solche Weiber kein Gefühl dafür haben, daß sie durch ihr Gebaren den deutschen Namen schänden, so -muß ihnen dieses Gefühl auf die nachdrücklichste Art bei gebracht werden." — Der Ausdruck „gewisse Weiber" im obigen Satze der „Deutschen Tageszeitung" würde nach ihren früheren Ausführungen vermuten lassen, wem sie das Verhalten in die Schuhe schieben möchte. Sie würde aber nach ihrer Wiedergabe einer öffentlichen Warnung des Militärpolizeiweisters, Generalmajor Freiherr v. Bodenhausen in Metz, damit kein Glück haben, denn in dieser amtlichen Warnung heißt es wörtlich: „Das Verhallen dieser jungen Mädchen erregt um so mehr berechtigte Entrüstung, als es sich um deutsche B e a m t e n t. öch t er handelt. Für die Folge werde ich die Schuldigen durch Veröffentlichung ihrer Namen brandmarken lassen." — Das ist jedenfalls sehr wünschenswert! — Immerhin ist zu berücksichtigen, daß es der „Deutschen Tageszeitung" nicht leicht fallen wird, den Burgfrieden zu wahren, weil der Teil ihrer Leser, der sich an antisemitische Würze gewöhnt hatte, auf diese so leicht nicht verzichtet. Dies geht aus ihrem „B u r g f r i e. d a und Bannerwa.cht" überschriebenen Artikel vom 14. Oktober deutlich hervor. Da heißt es: „Wir sind aus unserem Leserkreise mehrfach ersucht worden, den Fehdehandschuh, der uns hingeworfen wurde, auszunehmen. Wir werden solchem Ersuchen nicht entsprechen. Wir bleiben die Alten, nnd wir können es, weil die Erfahrungen des Krieges die Richtigkeit unserer Ileberzeugungen bestätigt haben. Aber wir wollen diese Gedankengänge nicht weiter verfolgen, weil auch dadurch bei bester Absicht der Burgfriede gestört werden könnte." Der Artikel schließt mit der die „Nörgler" gewiß sehr beruhigenden Erklärung: „Der Burgfriede schließt die Bannerwacht nicht aus. Wir werden ihn wahren und trotzdem sie halten!" — Diese Losung werden sich auch andere aneignen!