Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 10-12 (Oktober 1914)
- Article
- Burgfrieden
- Date
- 1914-10-01
- Page
- 377 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Burgfrieden. 377 „Burgfrieden". Irr der vorigen Nummer haben wir darauf Hinweisen müssen, daß auchnach Kriegsausbruch verschiedene antisemitische Zeitungen nicht umhin konnten- Beleidigungen und Schmähungen der Juden wiederzugeben. Wir hatten mit Bestimmtheit erwartet, daß. wenigstens allmählich die von allen Seiten und insbesondere von allerhöchster Stelle betonte Notwendigkeit unterschiedslosen Zusammenhaltens aller Parteien,, Berufe und Religionsbekenntnisse auch die antisemitischen Organe veranlassen würde, bezüglich der Iudenfrage den allgemeinen Burgfrieden zu achten. Leider ist diese erhoffte Wirkung ausgeblieben. Nach einigen Wochen des Abwartens sahen wir uns daher genötigt;, so ungern wir in diesen Zeiten die Hilfe der staatlichen Behörden in Anspruch nehmen, uns mit den zuständigen Stellen in Verbindung zu setzen und sie darauf hinzuweisen, von welch' unheilvollem Einfluß dieses hetzende Treiben bestimmter Blätter auf die Einheit und Einigkeit des ganzen deutschen Volkes werden könnte und müßte. Es handelte sich hierbei vor allem um die Zeitschriften „Staatsbürger-Zeitung", „Auf Vorposten" (Zeitschrift des „Vereins gegen lieber- Hebung des Judentums,, E. V."), „Deutsch-Soziale Blätter", -,Die Wahrheit" und den „Hammer". Unsere Schritte sind glücklicherweise nicht ohne Wirkung geblieben. Allgemein bekannt geworden ist ja die von der „Staatsbürger-Zeitung" in ihrer Nummer vom 4. Oktober d. I. an erster Stelle gebrachte Erklärung, die wir, als ein erfreuliches Zeichen der Zeit, ihrem ganzen Umfange nach wiedergeben: „Erklärung: Infolge Eingreifens des Oberkommandos in den Marken erklärt die „Staatsbürger-Zeitung", daß sie im Hinblick auf die patriotische Haltung der gesamten Bevölkerung von nun ab ihren Charakter als antisemitisches Blatt aufgibt, und zwar nicht nur für den Krieg, sondern auch für den Frieden. Die „Staatsbürger-Zeitung" wird in Zukunft lediglich bemüht sein, den Interessen des deutschen Handwerks zu dienen und für die gesunde Entwicklung der deutschen Mittelstandsbewegung zu wirken. Der Verlag."